Immer noch problematische Situation in Griechenland, Italien und Kroatien
Sogenannte NEET-Quote schwankt in der Europäischen Union zwischen 3 und 17 Prozent

Durch die Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009 stieg die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen in Europa deutlich an. Doch seit einigen Jahren verbessert sich die Situation merklich, zeigt eine neue Studie (Stand August 2019) des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Vor sechs Jahren lag die Arbeitslosenquote der 15- bis 29-Jährigen in Griechenland und Spanien bei über 40 Prozent – oftmals wurde die Jugend in den beiden Ländern als verlorene Generation bezeichnet, informiert das IW in einer Pressemitteilung. Doch die hohe Quote lasse sich zu einem großen Teil statistisch erklären, denn sie erfasse nur die Jugendlichen, die auch wirklich arbeiten gehen oder einen Job suchen – also am Arbeitsmarkt tätig sind. Studenten und Schüler würden gar nicht erst erfasst. Deshalb werde seit einigen Jahren die sogenannte NEET-Quote genutzt, um die Arbeitslosigkeit besser zu erfassen. Sie gebe den Anteil jener Jugendlichen an, die nicht arbeiten und auch keine Universität oder Schule besuchen.

Nach der Finanzkrise hat sich nach IW-Angaben die Situation in Europa verbessert. Vor allem die baltischen Staaten, Irland und Ungarn habe sich gut erholt. Auch Spanien, wo die Arbeitslosenquote unter den Jugendlichen 2013 eine der höchsten in Europa war, habe Fortschritte gemacht. Immer noch problematisch sehe es dagegen in Kroatien, Griechenland und Italien aus. „Diese drei Länder hatten aber auch bereits vor der Finanzkrise mit dem Problem zu kämpfen“, sagt Studienautor Holger Schäfer.

In den EU-Ländern schwanke die NEET-Quote von Jugendlichen, die grundsätzlich arbeiten wollen, derzeit zwischen knapp drei Prozent und 17 Prozent. Die wenigsten Probleme habe Tschechien, dicht gefolgt von den Niederlanden. Auch in Deutschland, wo die Quote bei unter fünf Prozent liege, und in Skandinavien habe die Jugend gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt.