Coronakrise verlangt nach „mehr Europa“
Universität der Großregion: Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Die außergewöhnlichen Umstände der Coronakrise unterstreichen die Notwendigkeit von „mehr Europa“, erklärt die Universität des Saarlandes in einer Pressemitteilung. Während die Grenzen in der "Großregion" geschlossen seien, bekomme die Kooperation zwischen den sechs Mitgliedsuniversitäten der Universität der Großregion (UniGR) eine neue Dimension – sowohl in praktischer als auch in wissenschaftlicher Hinsicht.

Die Universität der Großregion ist ein seit 2008 bestehender Verbund der Universitäten Kaiserslautern (D), Lüttich (B), Lothringen (F), Luxemburg (LU), des Saarlandes (D) und Trier (D). Seit 2015 besitzt der Verbund eine eigene Rechtsform, die es ihm ermöglicht, Projekte im Dienste seiner Mitglieder zu tragen und die Koordination der Zusammenarbeit sicherzustellen.

Die Universität des Saarlandes informiert weiter: Aktuell wird auch innerhalb der Universitäten die Vermittlung von Wissen über Europa, von Sprach- und interkulturellen Kompetenzen eine stetig wachsende Bedeutung zugeschrieben. Die UniGR-Partner haben daher – trotz oder gerade angesichts der aktuellen Einschränkungen – im Rahmen eines Erasmus-Antrags ein gemeinsames Zertifikat zu europäischer Identität konzipiert.

Von einem Tag auf den anderen sind alle sechs UniGR-Universitäten damit konfrontiert, ihre Lehrveranstaltungen flächendeckend in neuen, digitalisierten Formaten anbieten zu müssen. Nun werden nicht nur gute Praktiken ausgetauscht – auch die bereits seit langem bestehende gegenseitige Öffnung des Studienangebots könnte unter diesen Umständen eine neue Bedeutung erlangen. Der sogenannte UniGR-Studierendenstatus erlaubt es den Studierenden aller UniGR-Mitglieder, sich kostenfrei an den fünf Partneruniversitäten einzuschreiben und dort Lehrveranstaltungen zu belegen. Aufgrund der verstärkten Online-Lehrangebote könnte nun sogar eine steigende Zahl von Studierenden von dieser Möglichkeit Gebrauch machen.

Auch wenn physische Treffen aufgrund der Corona-Krise momentan ausgeschlossen sind, wird die Zusammenarbeit auf allen Ebenen des Verbunds in virtueller Form weitergeführt. Die Universitätsleitungen stehen in engem Austausch über die aktuellen Herausforderungen, von der Digitalisierung des Lehrangebots über die Anpassung der Vorlesungszeiten und Prüfungsmodalitäten bis zu Hilfsmaßnahmen für Studierende in prekärer finanzieller Lage.