Einfach mal machen! Jeder hat ein Talent!
18-jähriger Gründer motiviert Schüler*innen das zu tun, worauf sie „Bock" haben

Von Jahr zu Jahr wurde für Jakob Klement die Schule zunehmend zur Nebensache. Der Grund: Er hatte etwas gefunden, für das er brannte. Und zwar so richtig. Überschneidungen mit den Unterrichtsfächern in der Schule gab es da leider wenige. Er biss sich trotzdem durch und machte im Sommer 2019 das Abitur. Notendurchnitt 2,6. Nicht schlecht, für „nebenbei".

Vor Jobangeboten kann sich der 18-Jährige seither kaum retten. Bei den Gehältern sind nach oben wenig Grenzen gesetzt. Jakob ist weder Profifußballer noch Schauspieler. Modeln könnte er gegebenenfalls. Ein smarter Typ ist der junge Mann auf jeden Fall. Aber Jakobs Leidenschaft ist eine andere: das Programmieren, gespickt mit pfiffigen Ideen und einer großen Portion Mut. Heute ist er Junggründer und einer von drei Geschäftsführern der stark expandierenden Start-up-Plattform „Organgery" in Hildesheim. Die Bildzeitung zählt Jakob zu den „erfolgreichsten Junggründern in Europa".

Jakobs beeindruckender Werdegang sei wohl darauf zurückzuführen, „dass ich mit dem Programmieren etwas gefunden habe, das mir einfach liegt und Spaß macht“. Während eines Auslandsaufenthalts in einem Internat in Indien, einem der ärmsten aber zugleich topmodernsten Ländern der Welt, professionalisiert der Schüler seine Programmierkenntnisse. Mit 16 Jahren gründet Jakob seine eigene Firma und setzt dafür vor Gericht seine vorgezogene Geschäftsfähigkeit durch.

Auf einer vocatium – Fachmesse für Ausbildung+Studium appellierte der Junggründer in einem Vortrag an seine fast gleichaltrigen Zuhörer*innen daher „Mach worauf Du Bock hast – jeder hat ein Talent". Und diese Talente lägen leider manchmal außerhalb der Schule. Für den einen sei es das Musizieren, für den anderen der Sport oder das Spezialwissen über eine seltene Tierart oder was auch immer. Er motiviert Schüler*innen, ihre berufliche Zukunft nach ihren eigenen Vorstellungen und Fähigkeiten zu gestalten. Denn nur dann kann es auch gut werden. Scheitern sei ausdrücklich erlaubt. „Es ist wichtig, Ideen einfach mal auszuprobieren. Wenn es nicht klappt, gibt es immerhin einen Lernerfolg.“