Schulstatistik

Zahl der Schüler*innen gestiegen

Alljährlich im März veröffentlicht das Statistische Bundesamt (Destatis) die aktuellen Schülerzahlen an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen. Nach Jahren rückläufiger oder stagnierender Zahlen wird nun ein Plus von fast 2 Prozent vermeldet. Probleme haben aber weiterhin die beruflichen Schulen.

 

(ps) Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilt, ist Bewegung in die Schülerzahlen gekommen: „Im Schuljahr 2022/23 werden nach vorläufigen Ergebnissen rund 11,1 Millionen Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen [...] unterrichtet.“ Insgesamt gibt es in diesem Schuljahr 1,9 Prozent mehr Schüler*innen als im Vorjahr. Damit sei die Zahl der Schüler*innen seit 2016/17 erstmals wieder gestiegen. Damals wurde allerdings ein Plus von lediglich 0,3 Prozent verzeichnet, auf 10,9 Millionen Schüler*innen. Letztmalig vor 2016/17 stiegen die Zahlen im Schuljahr 2000/01. 

In Teilen sei der Zuwachs „durch die demographische Entwicklung bedingt: Die Zahl der Personen in der relevanten Altersgruppe (5 bis unter 20 Jahre) lag zum Jahresende 2021 um 0,8 % höher als im Jahr 2020.“ Der Gutteil des aktuellen Zuwachses beruht jedoch auf einer steigenden Zahl ausländischer Schüler*innen. Die Auswertung der Nationalitäten sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht erfolgt, jedoch sei laut Destatis zu erwarten, dass der Anstieg zum weit überwiegenden Teil auf die ukrainischen Geflüchteten zurückgehen wird. Im Schuljahr 22/23 hätten 1,6 Millionen Schüler*innen bzw. 14 Prozent eine ausländische Staatsbürgerschaft – ein Anstieg um knapp 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. An den allgemeinbildenden Schulen sei diese Zahl noch stärker angestiegen, hier lege der Wert bei 22 Prozent.  

Die Entwicklung in den kommenden Jahren hängt damit nicht zuletzt auch mit der Entwicklung des Ukraine-Krieges zusammen. Bisherige Zahlen gehen von etwa 200.000 ukrainischen Kindern und Jugendlichen an den Schulen aus. Zugleich hätten laut einer Befragung der Bundesdirektorenkonferenz der Gymnasien lediglich etwa die Hälfte der Schulen neue Lehrkräfte erhalten. Teilweise werden auch kreative Lösungen gefunden – so werden mancherorts ukrainische Lehrkräfte unbürokratisch angestellt, um die ukrainischen Kinder zu unterrichten. Beispielsweise für die 192 Lehrkräfte in Sachsen-Anhalt wurden die Verträge jüngst um zwei Jahre verlängert. Zugleich soll den Lehrenden dort auch der Einsatz im Regel-Unterricht ermöglicht werden – womit sie zugleich dem Lehrkräftemangel entgegenwirken können.

Insgesamt findet der Zuwachs primär an den allgemeinbildenden Schulen statt. Hier liegt die Schüler*innenzahl bei 8,7 Millionen, im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 2,9 Prozent. Die beruflichen Schulen werden von 2,3 Millionen Schüler*innen besucht, ein Rückgang von 1,8 Prozent. Damit setzt sich ein langjähriger Trend fort. Selbst im Schuljahr 16/17, als die Zahlen letztmalig stiegen, war an den beruflichen Schulen lediglich plus/minus null zu verzeichnen. Davor und seither liegen die Werte stets im roten Bereich. Nichtsdestotrotz wird für die Zukunft wieder eine steigende Nachfrage für berufliche Schulen erwartet. 


Quellen:

https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/03/PD23_105_211.html 

https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2017/03/PD17_099_211.html 

https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/LL_Berufsschullehrerbedarf.pdf 

https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/lehrermangel-es-fehlen-lehrer-fuer-ukrainische-schueler-18572058.html 

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/landespolitik/ukrainische-lehrer-bleiben-im-schuldienst-100.html 

 

22.03.2023

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