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Frauen erobern die Landwirtschaft

Auf dem Lande tut sich was: Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist der Frauenanteil bei der traditionell männerdominierten dualen Ausbildung zum*zur Landwirt*in in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Immer häufiger begeistern sich auch Menschen ohne landwirtschaftlichen Hintergrund für die Ausbildung.

 

(ps) "Ich würde nichts mehr gegen meinen Job draußen tauschen", sagt Annika Schreier dem Hessischen Rundfunk, als dieser sie auf ihrem Hof besucht. Die 28-jährige hat sich einen kleinen Hof selbst aufgebaut – sie kommt aus keiner Bauernfamilie und hat vorher Umweltmanagement studiert. Damit steht Schreier für zwei große Trends in der Landwirtschaft. Beispielsweise in Niedersachsen hat das Landvolk erst vor kurzem Zahlen dazu veröffentlicht. So hätten über 40 Prozent aller Azubis zum*zur Landwirt*in „keinen landwirtschaftlichen Hintergrund“. Und auch immer mehr Frauen interessieren sich für den Beruf.

Die Gründe können dafür können ganz unterschiedlich sein. „Die Rückmeldungen aus der Praxis zeigen“, so Christine Knolle vom Landesbauernverband, „dass viele Jugendliche zum Beispiel durch einen Urlaub auf dem Bauernhof in der Kindheit oder das Mithelfen auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in der Nachbarschaft das Interesse an diesem Beruf entdecken.“ Das abwechslungsreiche Berufsprofil als Landwirt*in kann aber auch ohne solche Erfahrungen begeistern. So erzählt Azubi Kiara Rosenhagen, auch ohne landwirtschaftlichen Hintergrund, dem Landvolk-Magazin: „Ein Studium, um zum Beispiel Tierärztin zu werden, wollte ich nicht machen. Als ich mich nach Alternativen umschaute, bin ich auf den Beruf der Landwirtin aufmerksam geworden, und die Vielfältigkeit des Jobs hat mich auf Anhieb begeistert.“

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der weiblichen Azubis in den vergangenen Jahren merklich angestiegen: 2021 waren 22 Prozent aller Landwirts-Azubis weiblich. Zehn Jahre zuvor waren es lediglich 12 Prozent. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Allgemein liegen die sogenannten „grünen Berufe“ im Trend, Maschinen und Technik haben viele der körperlich stark fordernden Aufgaben übernommen, und auch gesellschaftlich ist heute eine Landwirtin akzeptiert, anders als vielleicht noch vor ein oder zwei Generationen. Und es ist einfach eine Ausbildung, die begeistert: „Ich würde es auf jeden Fall wieder machen. Mir gefällt das alles sehr gut“, erzählt Azubi Evje Wieck dem NDR begeistert.

Die im Regelfall dreijährige duale Ausbildung setzt keinen bestimmten Schulabschluss voraus. Zu den allgemeinen Voraussetzungen zählen eine gute körperliche Konstitution, keine Angst vor Tieren und ein technisches Grundverständnis. Traditionell wechseln die Azubis während der Ausbildung jährlich ihren Betrieb, um möglichst viele unterschiedliche Arbeitsweisen und -techniken zu erlernen. Einziger Wermutstropfen ist die vergleichsweise geringe Ausbildungsvergütung, die selbst im 3. Ausbildungsjahr noch unter 1.000 Euro bleibt. Azubis, die nicht zuhause wohnen, können allerdings Ausbildungsbeihilfe („Bafög für Azubis“) beantragen.

Weitere Informationen:

Allgemeine Informationen hat die Bundesagentur für Arbeit im Berufe-Net zusammengestellt:
https://web.arbeitsagentur.de/berufenet/beruf/272

Viele Ausbildungsbetriebe und Praktikumsplätze findest Du unter dem Stichwort „Landwirt“ in unserer Suchbörse:
https://www.erfolg-im-beruf.de/suchboerse


Quellen:

https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Zahl-der-Woche/2023/PD23_17_p002.html

https://www.agrarheute.com/management/betriebsfuehrung/ausbildung-landwirt-gehalt-um-41-prozent-gestiegen-603538

https://landvolk.net/lpdartikel/grosses-interesse-an-landwirtschaftlicher-ausbildung/

https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Serie-Meine-Ausbildung-in-SH-Landwirtin,ausbildung734.html

https://www.hr-inforadio.de/programm/das-interview/annika-schreier-landwirtin-aus-moerfelden-walldorf-ich-wuerde-nichts-mehr-gegen-einen-job-draussen-tauschen,das-interview-annika-schreier-landwirtin-100.html

 

 

 

27.04.2023

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