Studium

Angewandte Forschung: Biotechnologie

Studierende entwickeln Alternativen zu Öl und Gas

Der Klimawandel schreitet weiter in großen Schritten voran – während die meisten Menschen, vom SUV-Fahrenden bis zur Politik, lediglich Däumchen drehen. Dabei fehlt es an guten Konzepten nicht – Studierende der Universität des Saarlands forschen nun an einem weiteren und wollen nachhaltige Alternativen zu Öl und Gas entwickeln.

 

(ps) Im Prinzip gilt weiterhin, was Altbundespräsident Roman Herzog 1997 in seiner berühmten „Ruck-Rede“ – wenngleich in einem anderen Kontext – formuliert hat. Damals sagte er: „Unser eigentliches Problem ist also ein mentales: Es ist ja nicht so, als ob wir nicht wüssten, dass wir Wirtschaft und Gesellschaft dringend modernisieren müssen. Trotzdem geht es nur mit quälender Langsamkeit voran. […] Ich behaupte: Wir haben kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem.“ Mit diesem letzten Satz geht schon seit vielen Jahren auch der Klimaforscher Prof. Mojib Latif von Haustür zu Haustür und mahnt, wie in der F.A.Z., dass es „im Moment keinen Klimaschutz“ gebe – und damit leider weiterhin Recht behält.

Zum Glück gibt es aber auch die junge Generation, die nachdrücklich bemüht ist, den Klimawandel zu bekämpfen – nicht nur mit Aktivismus, auch mit der Berufswahl, und nicht zuletzt auch in der Forschung. Ein schönes Beispiel für angewandte Forschung gegen Umweltverschmutzung und Klimawandel liefern nun Studierende der Universität des Saarlandes in Saarbrücken. Hier forschen sie im Rahmen des Masterstudiengangs Biotechnologie an nachhaltigen Alternativen zu Erdöl und Gas für industrielle Anwendungen.

Am Lehrstuhl von Biotechnologie-Professor Christoph Wittmann forschen die Nachwuchswissenschaftler Annalena Sommer und Marius Grad in den Laboren. „Die Biotechnologie bietet viele Bereiche, in denen wir dabei helfen können, nachhaltiger zu werden“, sagt Studentin Annalena Sommer in einer Mitteilung der Universität. „Bei der Lebensmittelherstellung, in der Medizin und Pharmabranche, aber auch in der chemischen Industrie: Überall gibt es inzwischen sehr gute biotechnologische Alternativen, mit denen wir Erdöl und giftige Chemikalien ersetzen können“, führt sie weiter aus.

Bislang hätte das Problem hauptsächlich bei den Kosten bestanden, ergänzt Marius Grad – weil fossile Rohstoffe schlicht günstiger waren, als die nachhaltigen Alternativen. Dies ändere sich jedoch, und Biotechnologie könne hier „ein guter Weg sein, um nachhaltiger und unabhängiger zu werden. Viele Unternehmen setzen inzwischen vermehrt auf solche Alternativen“, sagt Grad.

Die beiden Studierenden beforschen dabei mehrere Ansätze: beispielsweise geht es um das Thema Kunststoff, wo sie versuchen, „aus Holzabfällen nachhaltige und bioabbaubare Kunststoffe herzustellen.“ Weiterhin geht es um die Frage, „wie man Bakterien dazu bringen kann, bestimmte Enzyme herzustellen, um in der chemischen Industrie Erdöl zu ersetzen“. Damit sind Sommer und Grad bereits als Studierende mit dabei, Technologien für eine saubere Zukunft zu entwickeln.
 

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Quellen:

Der Bundespräsident: Berliner Rede 1997 von Bundespräsident Roman Herzog: www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Roman-Herzog/Reden/1997/04/19970426_Rede.html

F.A.Z.: „Es gibt im Moment keinen Klimaschutz“: www.faz.net/aktuell/politik/inland/klimaforscher-mojib-latif-es-gibt-keinen-klimaschutz-15740785.html [Bezahlinhalt]

Sonnenseite.de: Klimaforscher Latif: „Wir werden immer mehr Wetterextreme bekommen!“ (30.11.2011) https://www.sonnenseite.com/de/politik/klimaforscher-latif-wir-werden-immer-mehr-wetterextreme-bekommen/

Universität des Saarlandes: PM vom 11.04.2024: Biotechnologie-Studierende erforschen Alternativen zu Öl und Gas: www.presseportal.de/pm/174301/5754724

Universität des Saarlandes: M.A. Biotechnologie: https://www.uni-saarland.de/studium/angebot/master/biotechnologie.html

 

16.04.2024

 

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