Berufsziel Kfz-Mechatroniker*in
Ausbildungszahlen wachsen überdurchschnittlich gut

 

Die große Beliebtheit der Kfz-Mechatroniker*innen-Ausbildung bleibt trotz Corona-Delle ungebrochen. Unter den männlichen Azubis führt die Ausbildung seit Jahren das Beliebtheitsranking an und stand auch 2021 wieder auf Platz 1. Zeitgleich zur großen Nachfrage steigt auch das Angebot an Ausbildungsplätzen. Wie fast jede Branche steht auch diese vor großen Zukunftsaufgaben.

Es ist fast einerlei, aus welchem Jahr das Beliebtheitsranking stammt: Bei den Männern steht Kfz-Mechatronik praktisch immer auf Platz 1 und landet bei den gemischten Rankings damit meistens in den TOP-3. Noch 2019, dem letzten Vor-Corona-Jahr, stiegen die Ausbildungszahlen um 5,4 Prozent. Auch jetzt geht es der Branche besser, als vielen anderen: "Die Ausbildungszahlen in den Autoberufen sind prozentual stärker gewachsen als im Durchschnitt des gesamten dualen Ausbildungsbereichs", berichtet Birgit Behrens vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) dem Branchenmagazin "Autohaus.de". 

Dabei steht die Automobilindustrie vor großen Veränderungen etwa im Zuge des Klimawandels oder der Digitalisierung – was eben auch die Ausbildung betrifft. Auf der einen Seite habe das Image der Autoindustrie Risse bekommen, da sie bei vielen Jugendlichen ein neues Umweltbewußtsein entwickelt: "wir sind jetzt eher die mit den dreckigen CO2-Schleudern", erzählt Christian Lötzsch, Ausbildungsleiter bei Auto Scholz AVS dem "Handwerk Magazin". Auf der anderen Seite bieten E-Mobilität und Digitalisierung neue, attraktive Aspekte der Ausbildung: "Themenfelder wie E-Mobilität, Digitalisierung und Vernetzung zeigen unsere Zukunftsorientierung. Auch davon fühlen sich die jungen Menschen offensichtlich angezogen", so Behrens.

Für die Azubis steht oft die Leidenschaft für Technik im Mittelpunkt. Sätze wie Azubi Tom sie sagt, findet man häufig: "Ich habe mich für diesen Ausbildungsberuf entschieden, weil ich mich schon als Kind für die Instandsetzung und Funktionsweise von Fahrzeugen interessiert habe." Aber auch die neuen Aspekte des Berufs werden immer deutlicher. "Ich bin eher der handwerkliche Typ. Trotzdem gehören Elektrik und Elektronik auch dazu. Darauf basiert das Auto einfach. Hightech wird jedoch im Kfz-Bereich insgesamt immer wichtiger. Ich kann mir gut vorstellen, dass es in Kfz-Betrieben in naher Zukunft reine IT-Spezialisten gibt, die sich mit diesen Themen beschäftigen.", erzählt Azubi Christian dem "Motus Magazin". 

Wie auch immer die Beweggründe für die Ausbildung sein mögen, die Zufriedenheit der Azubis mit ihrer Ausbildung ist hoch. In der jährlichen DGB-Umfrage war "Mechatroniker" von 2015-2019 auf Platz 1 des Zufriedenheitsrankings. In der regulär 3,5 Jahre dauernden Dualen Ausbildung kann man zwischen fünf verschiedenen Schwerpunkten wählen: PKW-Technik, Nutzfahrzeugtechnik, Motorradtechnik, Karosserietechnik und System- und Hochvolttechnik. Die Ausbildung setzt keinen speziellen Schulabschluß voraus. Hilfreich ist ein Verständnis für die Fächer Mathematik, Physik, sowie Werken bzw. Technik. Immer wichtiger werden auch Computer- bzw. IT-Kenntnisse. 

Weitere Informationen:

berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/14799.pdf

Quellen:

www.autohaus.de/nachrichten/autohandel/nach-wie-vor-hohe-anziehungskraft-wieder-mehr-azubis-in-der-kfz-branche-3101725

www.handwerk-magazin.de/ausbildung-2021-kuemmern-ist-das-neue-geld-237158/

www.mblo.de/unternehmen/ausbildung/azubi-interview-kfz-mechatrniker/

www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bildung-Forschung-Kultur/Berufliche-Bildung/Tabellen/liste-azubi-rangliste.html

www.automobilwoche.de/nachrichten/kfz-gewerbe-gewinnt-fast-funf-prozent-mehr-azubis

www.ausbildungspark.com/news/rangliste-beliebte-ausbildungsberufe-2019/

 

21.04.2022