Bessere Berufsorientierung für Schüler*innen
Berufsorientierungsbeirat in Meck-Pomm gegründet

 

(ps) Man hört und liest es allerorten: Fachkräfte werden händeringend gesucht. Die Bedingungen der Coronapandemie haben die Lage noch zusätzlich verkompliziert, sowohl für die Schüler*innen als auch für die Betriebe. In Mecklenburg-Vorpommern wird daher vom Landeseltern- und  Landesschüllerrat gemeinsam mit der IHK ein "BerufsOrientierungsBeirat" (BOB) gegründet, der helfen soll, die Schüler*innen besser auf die Berufsorientierung im Ausbildungsbereich vorzubereiten. Daneben sollen auch gezielt Eltern angesprochen werden.


Corona erschwert Berufsorientierung – trotz großer Nachfrage

"Leider hatte ich wegen Corona keine Chance, ein Praktikum zu machen", klagt Emily auf einer vocatium-Messe 2021, freut sich aber umso mehr, dort gute Informationen zu ihrem Berufswunsch gefunden zu haben. So wie Emily geht es im Moment vielen Schüler*innen und frisch gebackenen Absolvent*innen – normalerweise ganz alltägliche Dinge wie ein Praktikum oder Schnuppertage, aber auch größere Pläne wie Auslandsaufenthalte, sind plötzlich kaum möglich oder nur mit großem Aufwand zu planen. Da sind Berufsorientierungsmessen, ob vor Ort oder online, natürlich sehr hilfreich. Aber auch der Schule kommt nun eine noch wichtigere Rolle zu als "vor Corona". 

Dabei werden Arbeitskräfte, vor allem Facharbeiter*innen, händeringend gesucht. In Mecklenburg-Vorpommern, wie fast überall in Deutschland, bezeichnen Unternehmen durch die Bank weg den Fachkräftemangel als ihr Hauptproblem. Der Sprecher der Interessengemeinschaft der Unternehmerverbände Ostdeutschlands und Berlin, Burkhardt Greiff, nimmt die IT-Branche als Beispiel: "Die Auftragsbücher von IT-Dienstleistern sind voll" – jedoch – "von Neueinstellungen in diesem Bereich können unsere Mitgliedsunternehmen meist nicht mal träumen." Genauso sieht die Lage bei den Facharbeiter*innen aus. Hier komme noch erschwerend hinzu, dass sich die Vorstellung halte, man müsse studieren, "um gutes Geld zu verdienen", so Torsten Haasch von der IHK Neubrandenburg.


BOB soll Eltern mit ins Boot holen

"Unsere Azubi-Umfragen zeigen es seit Jahren: Eltern sind die wichtigsten Berater von Kindern, wenn es um die Berufswahl geht", sagt Haasch in einer Mitteilung der IHK weiter. Durch die Einbindung des Landeselternrats soll auch eine direkte Ansprache der Eltern gesichert werden, um über die Möglichkeiten in den jeweiligen Regionen aufzuklären. Auch zahlreiche Studien belegen die wichtige Rolle der Eltern und (Wahl-)Familie bei der Berufsorientierung. "So sollen Eltern ein breites Informationsangebot zur Dualen Berufsausbildung und zur Höherqualifizierenden Berufsbildung mit den Fortbildungsstufen ‚Bachelor Professional‘ und ‚Master Professional‘ erhalten."

Dabei geht es allen Beteiligten auch um die Wertschätzung (dualer) Berufsausbildungen. "Die duale Ausbildung ist ein Erfolgskonzept aus Deutschland. Leider ist dieses Erfolgskonzept in den vergangenen Jahren nicht mehr in der gesellschaftlichen Wertschätzung, in der es für uns alle erforderlich wäre", so Kay Czerwinski vom Landeselternrat. "Die duale Ausbildung bietet unseren Schülern aber gleichwertige und zukunftssichere Berufsabschlüsse, die einem akademischen Abschluss gleichgesetzt sind." Der Beirat setzt sich "aus je einem Vertreter jeder IHK, zwei Vertretern des Landeseltern- und Landesschülerrates sowie je einem Vertreter der Kreis- und Stadträte" zusammen. Jährlich sind zwei Treffen geplant, um über "Fachkräftesicherung und Fachkräftequalifizierung für die Wirtschaft im Land zu beraten."

Quellen:

https://www.rostock.ihk24.de/servicemarken/presse/medieninformationen/berufsorientierungsbeirat-5325386 

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/industrie-schueler-sollen-besser-auf-berufsleben-vorbereitet-werden-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-211108-99-911236 

https://www.wn.de/muenster/wieder-direkter-kontakt-zu-betrieben-2428082 

https://www.nordkurier.de/brandenburg/ost-firmen-setzen-auf-mehr-bildung-und-zuwanderung-0246153812.html