Bildungschancen für sozial benachteiligte Schüler*innen
Projekt "Schule macht stark" in Brandenburg angelaufen

 

Noch immer bestimmt die soziale Herkunft in Deutschland maßgeblich über den Schulerfolg. Um diesem Problem zu begegnen wurde 2020 die Bund-Länder-Initiative "Schule macht stark" ins Leben gerufen, die nun angelaufen ist, jüngst in Brandenburg. Ziel sei es, die Schulpraxis wissenschaftlich zu begleiten, um die Förderung sozial benachteiligter Schüler*innen zu verbessern. Bundesweit läuft das Projekt an 200 Schulen an, in einer zweiten Phase sollen die erarbeiteten Konzepte auf weitere Schulen übertragen werden.


"Ich freue mich, dass in dieser schwierigen Zeit die gemeinsame Bund-Länder-Initiative 'Schule macht stark' gestartet ist. Sie bietet große Potenziale für Schulen in herausfordernden Lagen", sagt die brandenburger Bildungsministerin Britta Ernst anläßlich der Kick-off-Veranstaltung der Modellregion Uckermark-Barnim in Angermünde. In der Region läuft die Initiative mit sechs Schulen an. In den kommenden fünf Jahren werden an diesen Schulen nun mit Wissenschaftler*innen zusammenarbeiten, "um wirksame Lösungen zu entwickeln und diese mit möglichst vielen weiteren Schulen zu teilen", so Britta Ernst. Hierbei soll die Kooperation mit den Schulen "passgenaue Lösungen und Ideen" für die konkrete Lage vor Ort bringen.

"Die Initiative 'Schule macht stark' bietet große Potenziale, das in Wissenschaft und Praxis vorhandene Wissen zur Schul- und Unterrichtsentwicklung an Schulen in herausfordernden sozialen Lagen zusammenzuführen und weiterzuentwickeln, um dadurch einen nachhaltigen Beitrag zum Abbau von Bildungsungleichheiten zu leisten. Wir freuen uns auf den Austausch mit den Schulen und sind uns sicher, dass die gemeinsame Entwicklungsarbeit vielfältige Ansätze und Modelle zur Steigerung des Lern- und Bildungserfolgs an den Schulen hervorbringen wird. Dabei stehen die sprachlichen und mathematischen Basiskompetenzen, die Lernmotivation und auch die sozialen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler im Fokus der schulischen Entwicklungsarbeit", so der Leiter des Forschungsverbundes, Prof. Dr. Kai Maaz vom Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation.

Die in der ersten Phase erarbeiteten Ergebnisse sollen anschließend in einer zweiten fünfjährigen Phase auf andere Schulen übertragen und dort wissenschaftlich begleitet werden. Auch die Vernetzung der Schulen untereinander und mit dem sozialen Umfeld soll gefördert werden. "Gelingt dies", so Bundesbildungsministerin Anja Karliczek, "können die Schulen Schülerinnen und Schülern passgenauere Angebote machen, ganz gleich, in welchen Verhältnissen sie aufwachsen."


Quellen:

https://mbjs.brandenburg.de/aktuelles/pressemitteilungen.html?news=bb1.c.713991.de 
https://www.schule-macht-stark.de/de/die-teilnehmenden-schulen-1703.html
https://www.kmk.org/aktuelles/artikelansicht/karliczekernst-bildungschancen-fuer-sozial-benachteiligte-schuelerinnen-und-schueler-verbessern-bun.html
https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/soziale-herkunft-entscheidet-noch-immer-ueber-bildungserfolg/