Corona-Effekt: 7 Prozent weniger Promotionen im Jahr 2020
192.300 Promovierende an deutschen Hochschulen

 

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, ist die Zahl der abgeschlossenen Promotionen in Deutschland 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 7 Prozent zurückgegangen. Hierfür wird primär die Corona-Pandemie verantwortlich gemacht, welche die Durchführung von Prüfungen erschwert habe. Die Zahl der Promovierenden ist dagegen im Vergleich zum Vorjahr um etwa 5 Prozent gestiegen. Damit setzt sich der Anstieg der Promovierendenzahl in Deutschland weiter fort. Ein Überblick.

In Deutschland gibt es aktuell 192.300 Promovierende an den verschiedenen Hochschulen. Dies bedeutet einen Anstieg um etwa 26 Prozent seit Einführung der Statistik im Jahre 2017. 26.220 Personen schlossen laut Destatis im Jahr 2020 ihre Promotion ab und erlangten den Doktorgrad. Dabei fallen 13 Prozent aller Abschlüsse auf drei Universitäten, "mit 8.600 Personen (5 %) die größte Zahl an Promovierenden 2020 an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, gefolgt von 8.400 an der Ludwig-Maximilians-Universität München und 7.300 an der Technischen Universität München (jeweils 4 %)."

Ein knappes Viertel (24 % oder rund 46.000 Personen) aller Promotionen wurden im Bereich der Humanmedizin und Gesundheitswissenschaften abgeschlossen, dicht gefolgt von den Bereichen Mathematik und Naturwissenschaften mit 23 Prozent. Auf Platz 3 finden sich die Ingenieurwissenschaften mit 34.200 Promovierenden (18 %). Das Durchschnittsalter der Promovierenden beträgt etwa 30 Jahre. Die Quote der Promovierenden mit ausländischer Staatsangehörigkeit liegt bei 22 Prozent. Dabei werden mit gut 17 Prozent die meisten Promotionen dieser Gruppe in Baden-Württemberg durchgeführt. Unter den deutschen Promovierenden liegt Nordrhein-Westfalen mit gut 20 Prozent aller Promovierenden vorn.

Die Geschlechterverteilung unter den Promovierenden ist insgesamt relativ ausgeglichen: 47 Prozent aller Promovierenden sind Frauen, 53 Prozent Männer. Innerhalb der Fächer sind allerdings teilweise große Abweichungen festzustellen, wie das Statistische Bundesamt ausführt: "So waren etwa 4 von 5 Promovierenden (79 %) in der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften Männer, während in der Fächergruppe Kunst, Kunstwissenschaft 2 von 3 Promovierenden (66 %) Frauen waren. In absoluten Zahlen promovierten Männer am häufigsten in den Ingenieurwissenschaften (27.000), Frauen in der Fächergruppe Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften (28.100)." Das ausgeglichenste Geschlechterverhältnis in den Fächergruppen findet sich in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit einer Männerquote von 51 Prozent. Das ausgeglichenste Einzelfach ist "Raumplanung" (Ingenieurwissenschaften) mit 326 männlichen und 330 weiblichen Promovierenden.

 

 

Quellen:

https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/09/PD21_431_213.html

https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bildung-Forschung-Kultur/Hochschulen/Publikationen/Downloads-Hochschulen/promovierendenstatistik-5213501207004.html