Corona-Krise trifft vor allem junge Menschen
EU-Beschäftigungsbericht: 17,5 Prozent Jugendarbeitslosigkeit

Die Coronavirus-Krise hat einen noch nie dagewesenen Verlust an Arbeitseinkommen verursacht, informiert die EU-Kommission kurz vor dem Jahreswechsel 2020/21 in einer Pressemitteilung. Die Auswirkungen waren besonders hart für Arbeitnehmer, die ohnehin schon benachteiligt sind, wie z. B. junge Menschen und solche mit Zeitverträgen. Maßnahmen zum Ausgleich von Lohneinbußen haben zur Abfederung beigetragen. Zu diesen Ergebnissen kommt die Dezember-Ausgabe des Quartalsbericht „Beschäftigungs- und Sozialentwicklung“ der Kommission. Der Bericht analysiert die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf Arbeitsplätze und Einkommen.

Nicolas Schmit, Kommissar für Beschäftigung und soziale Rechte, sagte zum Bericht: „Die Kommission hat alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel mobilisiert, um die Mitgliedstaaten zu unterstützen, insbesondere durch das SURE-Instrument, das nationale Kurzarbeitsregelungen fördert. Darüber hinaus wird die neue Jugendgarantie junge Menschen dabei unterstützen, Fähigkeiten zu entwickeln und Berufserfahrung zu sammeln, insbesondere in Bereichen, die für den grünen und digitalen Wandel relevant sind. Junge Menschen in den Mittelpunkt dieser Übergänge zu stellen, wird unsere Priorität während des Aufschwungs sein.“

Die europäische Jugendgarantie verspricht jedem Jugendlichen zwischen 15 und 29 Jahren, der einen Arbeits- oder einen Ausbildungsplatz sucht, ein Angebot innerhalb von vier Monaten. Das muss nicht immer ein Job oder eine Ausbildung sein, es kann auch ein Praktikum oder eine Weiterbildungsmaßnahme sein. Unterstützt werden auch verschiedene Hilfeangebote für den Eintritt in den Arbeitsmarkt wie Beratung und Berufsorientierung.

Aufgrund der Maßnahmen der Mitgliedstaaten war der Beschäftigungsrückgang weniger dramatisch als der Rückgang des BIP, heißt es weiter. Die Jugendarbeitslosigkeit stieg im Oktober 2020 sowohl in der EU als auch im Euroraum im Vergleich zum September um 0,1 Prozentpunkte und lag bei 17,5 Prozent bzw. 18 Prozent. In andern Ländern, darunter Deutschland mit 5,7 Prozent, lag die Jugendarbeitslosigkeit weniger hoch.