Die Hoffnung und Beständigkeit ...
Wie die Wege ins Berufsleben in Liedern besungen werden

(hrs) "Die Hoffnung und Beständigkeit / gibt Kraft und Mut zu jeder Zeit..." - diese zwei Zeilen aus dem bekanntesten deutschen Weihnachtslied "O Tannenbaum" ermuntern die Menschen, auch in Schule und Beruf zuversichtlich nach vorn zu schauen. Gedichtet wurden sie vor rund 200 Jahren von Ernst Anschütz. Der Leipziger Lehrer und Komponist gab damals das für das Schulsingen wegweisende "Musikalische Schulgesangbuch" heraus.

Der Weg in die Berufswelt wurde früher und wird heute oft als Weg in die Ferne besungen. "Wir wollen unser Glück probieren, In die Fremde fortmarschieren", klingt eine alte Volksweise eines unbekannten Verfassers. Der schlesische Schriftsteller Joseph von Eichendorff brachte vor rund 200 Jahren zu Papier: "Wem Gott will rechte Gunst erweisen, Den schickt er in die weite Welt." Das Lied gehörte lange Zeit auch zum obligatorischen Liedgut an deutschen Schulen.

Als Wanderung, als Reise verarbeiten immer aufs Neue Songschreiber die Aufgabe der Berufsfindung und Berufsausübung. Um 1900 schrieb Julius Wolff nieder: "Mir ist die Welt so fremd, so weit, wen frag‘ ich nach den Wegen? Gibt mir denn niemand das Geleit..."

Auch der Ausbildung- bzw. Berufswechsel ist in einem einprägsamen Volkslied aus dem 18. Jahrhundert, als die Freiheit der Berufswahl sich Bahn brach, thematisiert worden: "Er, er, er und er, Herr Meister, leb er wohl! Ich sag’s ihm grad frei in’s Gesicht, Seine Arbeit, die gefällt mir nicht." Und wieder heißt es, hier als Refrain: "Ich will mein Glück probieren, Marschieren."

"Über sieben Brücken musst du gehn...", dichtete 1975 Helmut Richter in seiner gleichnamigen Liebesgeschichte über den Zwiespalt von Kummer und Zuversicht. Seiner Protagonistin sagte er voraus, "siebenmal wirst du die Asche sein, aber einmal auch der helle Schein." Diese Hoffnung beseelt mittlerweile Millionen Menschen, die die Liedstrophen aus dem Munde der Band "Karat" und von Peter Maffay verinnerlicht haben. Der helle Schein, der Erfolg, leuchtet auch im Berufsleben meist nur nach vielen "dunklen", jedenfalls mühseligen, anstrengenden Jahren auf.

Dass die berufliche Karriere nicht das gesamte Leben ausfüllen und prägen möge, mahnte Katja Ebstein 1994 in ihrem Schlager an: "Du bist hellwach im Geschäft, Doch hier bei mir zuhaus schläfst du gleich ein, Dann heirat' doch dein Büro, Dann heirat' doch dein Büro..."

Udo Lindenberg nahm 1991 das Ziel, durch den Beruf möglichst reich zu werden, aufs Korn: "Wie gerne wäre ich im Club der Millionäre. Doch da kommt man nicht so ohne weit're rein, Da muß man schon Erfinder oder Schwerverbrecher sein." Er hatte noch zwei weitere Ideen: "Oder Erbschleicher vielleicht oder'n Lottogewinn, Mehr Möglichkeiten sind da nicht drin."