"Die psychische Belastung ist besorgniserregend"
Die IU Internationale Hochschule veröffentlich Trendstudie zur Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit

(ps) Eine aktuelle Studie der IU Internationale Hochschule widmet sich umfassend dem Thema "Arbeitslosigkeit" und berücksichtigt dabei auch die in Pandemiezeiten verbreitete Kurzarbeit. Das Bild ist geteilt: knapp 40% der Arbeitssuchenden sähen für sich keine Chancen mehr, ebenfalls etwa 40% sähen die Arbeitslosigkeit dagegen auch als Chance. Ein großes Interesse bestehe an Weiterbildung, doch fänden zwei Drittel der Interessierten keine geeigneten Angebote. Über die Hälfte der 1.900 Befragten gab an, "emotional unter der Situation zu leiden". Ein Überblick.

Die neue "Trendstudie Arbeitslosigkeit" untersucht Gründe für Arbeitslosigkeit ebenso wie die Aussichten der Arbeitssuchenden. An der Studie nahmen neben Arbeitssuchenden auch von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen sowie Kurzarbeiter*innen teil. Dabei lag der Untersuchungsschwerpunkt auf aktuellen Arbeitslosigkeitserfahrungen, Langzeitarbeitslosigkeit wurde nicht berücksichtigt.

Insgesamt überwiegen die Sorgen: Rund zwei Drittel der Befragten würden befürchten, bei der Arbeitssuche potentiell benachteiligt zu werden – zumeist, bei gut 25%, aufgrund des Alters. "Ab wann ist man zu alt für eine Weiterbildung oder eine neue Anstellung? Schon die Frage an sich ist diskriminierend und auch wirtschaftlich schädigend, denn häufig wird dieses Alter recht niedrig, mit 50 oder sogar 40 Jahren, angesetzt. Damit beraubt man nicht nur die Weiterbildungswilligen ihrer Chance auf berufliche Entwicklung, sondern dezimiert bewusst das Beschäftigungspotenzial einer großen Gruppe der Arbeitsmarktteilnehmer," so Prof. Dr. Anastasia Hermann, Professorin für Personalmanagement an der IU Internationalen Hochschule in einer Mitteilung.

Emotional unter der Situation zu leiden gaben 52,5% der Befragten an, und gut 42% hätten Schwierigkeiten, überhaupt in den Tag zu starten. "Die psychische Belastung von Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit ist nicht verwunderlich, aber besorgniserregend. Um gute Leistung erbringen zu können und langfristig ihre Gesundheit zu erhalten, brauchen Menschen eine stabile positive Einstellung in ihrem Leben. Maßnahmen während Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit sollten daher auch die psychische Verfassung der Menschen berücksichtigen und Optimismus, Hoffnung und eine positive Einstellung zum Leben fördern", sagt Prof. Dr. Regina Cordes, Leiterin des Studiengangs New Work und Prorektorin an der IU Internationalen Hochschule.

Bei den Ergebnissen sticht eine weitere Zahl ebenfalls hervor: 85,1% der Befragten interessieren sich für Weiterbildungsangebote. Dieser großen Interessentenzahl stehen zwei Drittel gegenüber die kein passendes Angebot für sich finden. Dies hat überwiegend inhaltliche Gründe, nicht selten sind die Angebote aber auch zu rar und damit zu weit vom Wohnort entfernt.

Den größten Weiterbildungsbedarf sieht Cordes im Bereich der "digitalen Skills": im "agilen Projektmanagement, in der Softwareprogrammierung, in Data Science oder Cyber Security" hätten über die Hälfte der Befragten keinerlei Grundkenntnisse. "Die Zukunft wird immer digitaler, auch für Arbeitsuchende. Weiterbildungen müssen genau da ansetzen, wo digitale Skills benötigt werden. Die bereits vorhandenen Skills beschränken sich größtenteils auf den Umgang mit alltäglichen Tools. Alles, was darüber hinausgeht und was die Arbeitsmarktchancen deutlich steigern könnte, muss gelernt werden."

Quelle:
https://www.presseportal.de/pm/154306/4928416