(ps) Seit bald anderthalb Jahren darbt die Wirtschaft unter den Bedingungen der Pandemie. Nach ersten zaghaften Erfolgen der Impfkampagne machen sich die Ergebnisse der Öffnungen direkt bemerkbar. Laut Bundesagentur sank die Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vormonat und auch im Vorjahresvergleich. Sowohl das Arbeitsmarktbarometer des Nürnberger IAB als auch das Beschäftigungsbarometer des Münchner Ifo-Instituts sekundieren die guten Aussichten.

"Im Mai zeigen sich erste Anzeichen für eine umfassende Besserung am Arbeitsmarkt. Die Folgen der Corona-Krise sind immer zwar noch sehr deutlich sichtbar, werden aber etwas kleiner", sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, auf der Pressekonferenz zur Vorstellung der monatlichen Arbeitsmarktzahlen in Nürnberg. Tatsächlich fällt die Besserung der Kennzahlen teils sehr gering aus, jedoch weisen sie in allen Bereichen in die richtige Richtung.

Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent, was im Vorjahresvergleich einem Minus von 0,2 Prozentpunkten entspricht. Die Zahl der Unterbeschäftigten sank um 90.000, die Zahl der Kurzarbeiter sank erstmals seit November 2020 ebenfalls wieder. Allein im Ausbildungsmarkt ist ein Rückgang der gemeldeten Ausbildungsplätze um 15.000 auf 451.000 zu verzeichnen. Die Bundesagentur macht hierfür die Unsicherheiten durch die Pandemie und "Transformationsprozesse in der Wirtschaft" verantwortlich.

"Die guten Aussichten müssen jetzt so genutzt werden, dass endlich die verfestigte Langzeitarbeitslosigkeit abgebaut wird, schwerbehinderte Menschen gleiche Chancen am Arbeitsmarkt haben und Unternehmen ausreichend Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen", sagt Adolf Bauer Präsident des Sozialverbandes Deutschland (SoVD) in einer Mitteilung. Laut Beschäftigungsbarometer des Münchner Ifo-Instituts bestehe zumindest die Absicht dazu. Das  ifo Beschäftigungsbarometer sei im Mai auf 100,2 Punkte gestiegen, was der höchste Wert seit Juni 2019 ist. In den vier großen Wirtschaftsbereichen (Verarbeitendes Gewerbe, Dienstleistungen, Handel und Baugewerbe) bestünde übereinstimmend die Absicht, wieder mehr Menschen einzustellen. 

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer steht mit 104,6 Punkten so günstig wie zuletzt im März 2018. "Die Aussicht auf deutliche Lockerungen der Corona-Einschränkungen lässt die Arbeitsmarkterwartungen nach oben springen", erklärt Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs "Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen" in einer Mitteilung. Allerdings sei ein "Rekordbeschäftigungswachstum wie in den Jahren vor der Krise ist noch nicht in Sicht."


Quellen:
https://www.presseportal.de/pm/6776/4929566
https://www.presseportal.de/pm/43645/4929661
https://www.ifo.de/sites/default/files/secure/umfragen-gsk/ku-202105/empl-d-202105.pdf
https://www.iab.de/de/daten/arbeitsmarktbarometer.aspx