Ein Viertel der Ausbildungsplätze blieb unbesetzt
Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)

26 Prozent aller Ausbildungsplätze in Deutschland blieben 2019 unbesetzt. Das geht aus einer vor kurzem veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Zudem wurden im Ausbildungsjahr 2018/2019 rund 15 Prozent aller abgeschlossenen Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst oder von den Auszubildenden nicht angetreten. In vier von zehn Fällen ging die Auflösung vom Betrieb aus. Vor allem Kleinstbetriebe waren davon betroffen. Die Unternehmen nannten als Gründe vor allem fehlendes Engagement, mangelndes Sozialverhalten und Überforderung der Auszubildenden.

Bezogen auf die Berufsbereiche stach vor allem das Baugewerbe hervor – hier wurde fast jeder vierte Vertrag aufgelöst. Auch Dienstleistungsberufe sowie Handel und Reparatur verzeichneten überdurchschnittlich viele Auflösungen. Das Schlusslicht der Studie bildete die Öffentliche Verwaltung mit lediglich 5 Prozent vorzeitig gelöster Verträge.

Die Studie, für die rund 15.500 Betriebe in ganz Deutschland befragt wurden, zeigte auch, dass zusätzliche Geld- und Sachleistungen wenig Einfluss auf die Besetzungsschwierigkeiten hatten. 63 Prozent der Betriebe boten beispielsweise Zuschüsse zur Altersvorsorge, Unterstützung zur Mobilität, Prämien oder Sonderzahlungen an. Während 27 Prozent der Betriebe, die mindestens eine Zusatzleistung anbieten, unbesetzte Ausbildungsplätze meldeten, traf das auch auf 22 Prozent der Betriebe zu, die keine Zusatzleistungen anboten. Die Autoren der Studie erklärten diesen Umstand damit, dass viele Ausbildungsbetriebe die Sonderleistungen als Reaktion auf die Probleme einsetzten. Angebote für Sonderleistungen wären demnach ein Resultat der Stellenbesetzungsprobleme und vorzeitigen Vertragsauflösungen und würden diesen nicht vorausgehen oder sie verhindern.