ELEKTRA feierlich getauft
Startschuss für die Langzeiterprobung

 

„Ich taufe Dich auf den Namen ELEKTRA, wünsche der Besatzung allzeit gute Fahrt und Dir immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“. Mit diesen Worten taufte Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey am 16. Mai die ELEKTRA - das weltweit erste emissionsfreie Schubboot. Seinen klimaneutralen Antrieb verdankt es grünem Wasserstoff und Ökostrom in den Akkus.

Unter der Projektleitung von Prof. Dr.-Ing. Gerd Holbach und seinem Team vom Fachgebiet Entwurf und Betrieb maritimer Systeme der TU Berlin entwickelt, hat die ELEKTRA fast zwei Jahre Bauzeit auf der Schiffswerft Hermann Barthel in Derben (Sachsen-Anhalt) hinter sich. Neben der BEHALA, der Berliner Hafen-und Lagerhausgesellschaft (Logistik) sind weitere Unternehmen aus dem Bereich Energie-und Antriebstechnik an dem Projekt beteiligt.

Zur Schiffstaufe am Hafenbecken II des Berliner Westhafens waren zahlreiche Gäste erschienen, darunter auch der Bundesminister für Digitales und Verkehr, Dr. Volker Wissing.  In seiner Eröffnungsrede hob er die Bedeutung der Wasserstoffmobilität für das Erreichen der Klimaschutzziele der Bundesregierung hervor:

 „Die ELEKTRA ist ein Leuchtturm-Projekt: Sie ist das weltweit erste Schubboot, bei dem ein batterieelektrischer Antrieb mit Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik kombiniert wird. Das gesamte Projekt ist eine Blaupause für die klima- und umweltfreundliche Binnenschifffahrt und nicht nur technisch sondern auch regulatorisch eine echte Pionierleistung.“ 

Tatsächlich ist das herausragende Energiesystem der ELEKTRA so konzipiert, dass es auf viele Binnenschiffs- sowie Küstenschiffstypen übertragbar ist.


Im Schubverband mit dem beladenen Schwergutleichter URSUS erreicht die ELEKTRA eine Reichweite von ca. 400 Kilometern. 750 Kg gasförmiger Wasserstoff und eine Batteriekapazität von ca. 2500 Kilowattstunden stehen dafür an Bord nur Verfügung, wie die BEHALA  mitteilt. 

Die BEHALA  wird das Schubschiff zunächst vorwiegend in der Hauptstadtregion erproben. 2023  sollen die Erprobungen dann auch verstärkt im Fernverkehr Richtung Hamburg fortgesetzt werden. Dann werden auch die ersten Stationen für den Wechsel der Wasserstofftanks und elektrische Ladestationen im Berliner Westhafen und im Hafen Lüneburg in Betrieb genommen.

Das Institut für Talententwicklung hat die letzten Bauarbeiten auf der ELEKTRA im Mai 2021 mit der Kamera begleitet. In dem Film wird nicht nur das innovative, klimafreundliche Antriebskonzept anschaulich erklärt. Es wird zudem deutlich, wie viel Knowhow aus verschiedenen Ausbildungsberufen und Studiengängen im Schiffbau und noch dazu einem Forschungsprojekt wie der ELEKTRA steckt. Insofern bietet es auch an Technik und Klimaschutz interessierten jungen Menschen spannende berufliche Perspektiven.

 

Quellen: 

https://www.behala.de/presse/  

Weitere Infos: 

https://www.marsys.tu-berlin.de/menue/forschung/elektra_1/  
https://www.behala.de/elektra/   
https://www.erfolg-im-beruf.de/mediathek/suchboerse/welt-der-energie   

 

19.05.2022