Erwerbstätigkeit fast auf Vorkrisenniveau
Stärkster Anstieg seit Mai 2018

 

(ps) Die Coronapandemie hat, trotz Kurzarbeit, einige Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt verursacht. Wie das Statistische Bundesamt nun mitteilt, ist die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland im Januar zum neunten Mal in Folge weiter gestiegen. Die Erwerbslosenquote fällt entsprechend und erreicht wieder das Niveau von 2018. 

"Üblicherweise steigen die Arbeitslosenzahlen bis zum Frühjahr an. Darum ist der leichte Rückgang in diesem Monat umso erfreulicher", sagt Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl, dem Kölner Stadt-Anzeiger. "Einer der Gründe für die gute Entwicklung in diesem Jahr könnten die sich immer mehr abzeichnenden Fachkräfteengpässe sein. Arbeitgeber versuchen auch über die Wintermonate – soweit möglich – die eingearbeiteten Arbeitskräfte zu halten und stellen sogar weiter ein." Für gut ausgebildete Menschen gäbe es daher gute Chancen. 

Tatsächlich ist der Markt für Fachkräfte aller Art hart umkämpft – trotz der Pandemiebedingungen. So sind bereits seit März 2021 die Erwerbstätigenzahlen auf einem zwar flachen aber stetigen Aufwärtskurs. Nunmehr sind "rund 45,0 Millionen Personen mit Wohnort in Deutschland" erwerbstätig. Im Vergleich zum Vormonat ist ein Anstieg um 81.000 erwerbstätige Personen oder 0,2 Prozent zu verzeichnen. Das sind zugleich 1,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Damit erreichen die Zahlen annähernd das Vor-Corona-Niveau. Allerdings mahnt das Statistische Bundesamt, dass die Dynamik des Beschäftigungszuwachses sich derzeit "weiter leicht ab[schwäche]".

Parallel sinken die Erwerbslosenzahlen: Im Januar waren 1,39 Millionen Menschen oder 3,2 Prozent erwerbslos. Das sind 354.000 Personen oder 20,4 Prozent weniger als noch im Januar 2021. Damit liegt die Zahl der Erwerbslosen sogar unter dem Niveau von Januar 2020 kurz vor der Krise, als 1,49 Millionen bzw. 3,4 Prozent Erwerbslose registriert wurden. Für die kommenden Monate rechnet Rainer Imkamp mit einer saisonbedingten leichten Zunahme der Erwerbslosenquote, jedoch erwarte er "keine großen Ausreißer". Die besten Chancen auf dem Arbeitsmarkt hätten weiterhin junge Menschen, sie seien besonders gefragt. Imkamp blickt zuversichtlich in die Zukunft: "In der Krise bestätigte sich der robuste Arbeitsmarkt, und inzwischen sehen wir positive Tendenzen."


Quellen:

https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/03/PD22_083_132.html 

https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/02/PD20_066_132.html 

https://www.ksta.de/region/rhein-erft/arbeitsmarkt-arbeitsagentur-vermeldet-gute-nachrichten-fuer-den-rhein-erft-kreis-25653578