Humboldt Forum, BER und drei neue Top-Bahnhöfe
Die deutsche Hauptstadt ist mehr denn je für junge weltoffene Menschen "a playground paradise"

(hrs) Der BER-Flughafen läuft, das Humboldt Forum ist eröffnet, die innerstädtische U-Bahnlinie 5 mit drei neuen Top-Bahnhöfen ist in Betrieb. Berlin könnte zum Jahreswechsel 2020/21 dank neuer Anziehungskraft, wie nie zuvor, aus allen Nähten platzen. Wäre da nicht die Coronakrise.

Eine der Ersten Adressen Berlins ist seit Mitte Dezember 2020 das Humboldt Forum am Schloßplatz. Für den Ort, von dem jahrhundertelang preußische und deutsche Geschichte gestaltet wurde, gab Kulturstaatsministerin Monika Grütters zur Eröffnung die neue Richtung vor: „Das Vermächtnis der Humboldt Brüder, sich die Welt mit eigenen Augen anzuschauen, dem Fremdem zu begegnen statt es abzuwehren und abzuwerten, ist heute aktueller denn je. Deshalb wollen wir dieses Vermächtnis mit dem Humboldt Forum mitten im Herzen der deutschen Hauptstadt mit neuem Leben füllen."

Bereits einige Wochen zuvor hoben vom neuen Berlin-Brandenburger Zentralflughafen BER die ersten Maschinen ab. Das Gelände von TXL, Berlin-Tegel, soll in einen Forschungs- und Industriepark für urbane Technologien sowie in ein Wohnquartier und Grünflächen umgewandelt werden. Die jahrelange peinliche Geschichte um den BER-Neubau hat ein Ende gefunden.

Nicht so spektakulär, aber für den innerstädtischen Verkehrsfluss von großer Bedeutung ist die Fertigstellung der U-Bahnlinie 5 vom Brandenburger Tor bis zum Alexanderplatz. Der Berliner Hauptbahnhof ist nun auch per U-Bahn an die wichtigen innerstädtischen Destinationen des alten und neuen Zentrums der Hauptstadt angeschlossen. Die Architektur der drei neu erbauten Stationen setzt internationale Maßstäbe.
 

Siemens plant die größte Einzelinvestition der Firma in Berlin

Die Wirtschaft honoriert das öffentliche Engagement. Allen voran die Firma Siemens, der größte industrielle Arbeitgeber der Stadt. In "seiner" Siemensstadt will der Konzern einen modernes Stadtquartier errichten, "unseren Kiez der Zukunft", wie das Unternehmen mitteilt. Auf einer Fläche von 700.000 Quadratmetern, umgerechnet etwa 850 Meter im Quadrat, sollen bis zum Jahr 2030 rund 600 Mill. Euro investiert werden. Das Ziel: eine integrierte Welt des Arbeitens, Forschens und Wohnens. Kaum war Berlin via BER zu erreichen, wurde ein Architekturbüro mit der Leitung des Projekts beauftragt. An einem neuen 60 Meter hohen Haus wird man in einigen Jahren den neuen Anziehungspunkt von weitem ausmachen können, umringt von den historischen denkmalgeschützten Bestandsgebäuden.

Schon 2017, ungeachtet des BER-Debakels, urteilte die „New York Times“: „Berlin is a playground paradise.“ Wenn es Forschung und Lehre geht, sagte um die gleiche Zeit der Präsident der Technischen Universität Berlin über die Qualität der deutschen Hauptstadt: "In Berlin ballt sich Wissenschaft wie sonst an keinem anderen Ort in Deutschland." Günter Stock, Vorstandsvorsitzender der Einstein-Stiftung, freute sich unlängst darüber, dass ein Wille vorhanden sei, "an der Weltspitze mitzuspielen.“

Natürlich hat die Stadt Berlin, wie jede Weltmetropole, ihre politischen Probleme und sozialen Brennpunkte. Hauptsächlich an der Coronakrise liegt es, dass die zahlreichen neuen Pluspunkte der Hauptstadt nicht gleich ihre Attraktivität ausspielen können. So oder so ist sie, gut 31 Jahre nach dem Fall der Mauer, mehr denn je attraktiv für junge weltoffene Menschen. So oder so: Naturgemäß wird es noch einige Zeit dauern, bis die viel besungene Flaniermeile Unter den Linden mit ihrer berühmten Berliner Luft nach mehrjährigem Baustellen-Flair wieder zum Flanieren geeignet sein wird.