Klimawandel: "Wir wollen einen Job mit Sinn"
Die Corona-Pandemie hat zwar das öffentliche Leben lahmgelegt, der Klimawandel geht aber trotzdem weiter, mahnt FFF

(ps) Seit Anfang 2020 dominiert nur ein Thema die Nachrichten: die globale Corona-Pandemie. Fast scheint es manchmal, als sei mit dem Virus die Welt zum Stillstand gekommen. Und obwohl ab und an erwähnt wird, daß die Pandemie zu einer erfreulichen Abnahme der CO2-Emissionen z.B. durch reduzierten Reiseverkehr führt, ist der Klimawandel alles andere als zum Stillstand gekommen.

Wenigen ist das bewusster als den Jugendlichen, die ihr ganzes Leben auf diesem Planeten noch vor sich haben. "Corona hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, eine Krise als solche zu behandeln und so früh wie möglich Maßnahmen zu ergreifen – und nicht erst, wenn Kipppunkte überschritten werden und Menschenleben auf dem Spiel stehen! Intakte Natur schützt uns vor Pandemien, also ist es nur sinnvoll, Klimaschutz und Gesundheit zusammenzudenken," heißt es in einer Pressemitteilung von Fridays For Future. Jedoch sei genau das Gegenteil der Fall: "Die Coronakrise wird missbraucht, um Rückschritte beim Klimaschutz zu rechtfertigen."

Demgegenüber steht der Trend unter der zunehmend klimabewußten Jugend, "grüne" Arbeitsplätze und -bedingungen zu fordern, oder gleich "was mit Klima" zu machen. "Jetzt haben wir einfach keine Zeit mehr um weiter tatenlos auf die Politik zu warten. Wir müssen den Wandel jetzt selbst anpacken und gestalten, ob im Privaten über weniger Konsum oder über Anforderungen an unsere Arbeitgeber: Wir sind gut ausgebildet, wir wollen einen Job mit Sinn.", sagt die FFF-Aktivistin Rebecca Freitag.

Unterstützung erhalten sie inzwischen auch von anderen Seiten: beispielsweise das "Netzwerk Grüne Arbeitswelt" informiert über Berufe im Bereich der Umweltwirtschaft. Projektleiter Krischan Ostenrath hält allerdings fest: "Schaut man sich die zehn beliebtesten Ausbildungsberufe an, sind diese seit vielen Jahren relativ konstant." Es ist also noch Luft nach oben, sowohl bei der Wahl "grüner Berufe", als auch bei der Grüngestaltung konventioneller Berufe.

Eine Umfrage der Vergleichsplattform Gehalt.de hat 2019 beispielsweise ergeben, daß 58 Prozent aller Teilnehmer eine Kündigung in Erwägung zögen, sollte ihr Arbeitgeber in hohem Maße umweltschädlich handeln. Gründe für eine ökologisch nachhaltige Gestaltung des Wirtschaftens und Arbeitens gäbe es also auch seitens des Kampfes um die besten Köpfe.

Klassische grüne Berufe: www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/gruene-berufe/gruene-berufe_node.html

SWR-Wissen über neue Berufe durch den Klimawandel: www.swr.de/wissen/article-swr-20088.html