Leitprojekte sollen Grünen Wasserstoff stimulieren
Bundesforschungsministerium stößt größte Initiative zur Energiewende an

Drei Wasserstoff-Leitprojekte hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung Anfang 2021 auf den Weg gebracht: Die Projekte sind ein zentraler Beitrag des BMBF zur Umsetzung der Nationalen Wasserstoffstrategie. Zusammen bilden sie mit einer Fördersumme von rund 700 Millionen Euro die bislang größte BMBF-Förderinitiative zum Thema Energiewende überhaupt, heißt es in einer Pressemitteilung des Ministeriums.

„Unsere Leitprojekte zeigen, dass Deutschland konsequent in die Wasserstoffwirtschaft einsteigt. Denn Grüner Wasserstoff ist Schlüsselrohstoff für ein klimafreundliches Deutschland und langfristiges Wachstum“, so Bundesforschungsministerin Anja Karliczek bei der Bekanntgabe der Projekte.

Die Wasserstoff-Leitprojekte sind das Ergebnis eines Ideenwettbewerbs. Unter dem Titel „Wasserstoffrepublik Deutschland“ suchte das BMBF im Sommer 2020 nach Ideen für industriegeführte Großprojekte mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft. 32 Ideenskizzen sind eingegangen, die drei Leitprojekte haben sich daraus formiert. Ein unabhängiges Gutachtergremium hat die Skizzen der Leitprojekte Ende 2020 bewertet und für förderfähig befunden. Damit werden voraussichtlich ab Frühjahr 2021 über 200 Partner vier Jahre lang die Wasserstofftechnologien der Zukunft entwickeln.
 

Erhebliche Wertschöpfungspotentiale

Technologien zu Erzeugung, Transport und Nutzung von Grünem Wasserstoff bergen nach der  Mitteilung des Ministeriums erhebliche Wertschöpfungspotentiale für die deutsche Wirtschaft – und die Möglichkeit auch jene Bereiche klimafreundlich zu gestalten, die heute das Klima am meisten belasten: Industrie, Verkehr und Wärmeversorgung.

Damit Grüner Wasserstoff möglichst schnell flächendeckend eingesetzt werden kann, sind die Leitprojekte so konzipiert, dass jedes von ihnen Hürden abbaut, die einer erfolgreichen, effizienten Wasserstoffwirtschaft noch im Weg stehen. So ist Grüner Wasserstoff bisher noch deutlich teurer als fossile Alternativen – die technologische Entwicklung von Wasserstoff-Technologien noch in vollem Gange.
 

Das sind die Themen der Projekte im Überblick:

Das Leitprojekt H2Giga entwickelt Möglichkeiten zur Serienfertigung von Wasser-Elektrolyseuren, um die Produktion von Grünem Wasserstoff wettbewerbsfähig zu machen und Produktionsfehler zu minimieren.

Das Leitprojekt H2Mare entwickelt Möglichkeiten zur Herstellung von Wasserstoff und Wasserstofffolgeprodukten (Methan, Methanol, Ammoniak, Kraftstoff) mithilfe von Windanlagen ohne Netzanschluss direkt auf dem Meer, um die Kosten der Wasserstoff-Produktion zu minimieren.

Das Leitprojekt TransHyDE entwickelt und testet Möglichkeiten des Wasserstoff-Transports über kurze, mittlere und lange Distanzen, um aufzeigen zu können, wie eine effiziente Wasserstoffwirtschaft von der Herstellung, über den Transport bis hin zur Nutzung aussehen könnte.