Millennial Survey 2021
Trotz Corona: Klima bereitet jungen Menschen größte Sorgen

 

(ps) Der diesjährige Millenial Survey von Deloitte zeichnet ein düsteres Bild von der Lage der jüngeren Generationen. Befragt wurden Jahrgänge von 1982 bis 2003. Die Generationen blicken mit Pessimismus auf die wirtschaftliche Zukunft, bei nicht wenigen löst sie Angst aus. Die mit großem Abstand drängendste Sorge ist jedoch die Entwicklung von Umwelt und Klima.


Für die Studie wurden in 45 Ländern knapp 23.000 Menschen im Alter zwischen 18 und 38 Jahren befragt – die sogenannten "Millenials" (Jahrgänge '83-'94) und die "Generation Z" ('95-'03). Beide Kohorten blicken pessimistisch in die Zukunft, in beinahe allen Bereichen. Dabei spielen sowohl akute Gründe wie die Pandemie eine Rolle, als auch langfristige bzw. systemische Gründe. Etwa ein Drittel beider Kohorten gaben an, aufgrund von pandemiebedingtem Streß und Ängsten Arbeitsauszeiten genommen zu haben. Bei den übrigen zwei Dritteln gehören für 40 % "ständiger Streß" zum Alltag.

Nachdem das Corona-Jahr 2020 zu einem leichten Rückgang des Streßniveaus geführt hat, ist nun das Vorkrisenniveau wieder erreicht. 41 % der Millenials und 46 % der Generation Z gaben an, sich "meistens" oder "ständig" gestresst zu fühlen. Zudem führe die Pandemie "in erheblichem Maße" dazu, "Unsicherheit und Belastungen hinsichtlich ihrer finanziellen Zukunft" auszulösen. Gleichwohl liegen die Zahlen für Deutschland hinsichtlich der Streßfaktoren etwas niedriger als im internationalen Vergleich, wobei Arbeit und Finanzen die größte Rolle spielen. Lediglich 34 bzw. 39 % der deutschen Studienteilnehmer*innen nehmen die die Wirtschaft noch als einen "positiven Einfluss auf die Gesellschaft" wahr.

Die zentrale Erkenntnis des Millenial Surveys ist jedoch die große Sorge um Umwelt und Klima. Während das Thema medial stark von der Pandemie überlagert wird, spielt es bei der jüngeren Generation ungebrochen die größte Rolle. In beiden Kohorten wird "Umwelt und Klima" mit fast 40 % als wichtigstes Anliegen genannt. Die zweiten Plätze, bei Millenials "Extremismus", bei Generation Z "Terrorismus" kommen auf 20% und damit lediglich auf die Hälfte. Weiterhin über "40% der für die Studie befragten Personen weltweit glauben, dass wir in Bezug auf die Umwelt bereits einen Punkt erreicht haben, an dem es kein Zurück mehr gibt, und dass die verursachten Schäden nicht mehr zu beheben sind."

Dr. Elisabeth Denison, Chief People Officer bei Deloitte, ordnet die Ergebnisse ein: "Die Tatsache, dass Umweltfragen selbst während einer globalen Pandemie eine so zentrale Rolle spielen, verdeutlicht, wie wichtig dieses Thema für junge Menschen weltweit und insbesondere in Deutschland ist. Zudem zeigen die jungen Generationen, dass sie selbst bei hoher persönlicher Belastung weiterhin ein starkes Empfinden für gesellschaftliche Herausforderungen haben und bei deren Lösung einen aktiven Part spielen wollen."

Quellen:
https://www.presseportal.de/pm/60247/4944451
https://www2.deloitte.com/de/de/pages/innovation/contents/millennial-survey.html