Neuer Studiengang in Karlsruhe: B.A. Medizintechnik
Schwerpunkte in Digitalisierung, IT und Elektrotechnik

(ps) Überall schreitet die Digitalisierung voran, so auch in der Medizintechnik. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wird daher in Kooperation mit der Uni Heidelberg zum Wintersemester 2022/23 der Studiengang Medizintechnik gestartet. Im Mittelpunkt des ingenieurwissenschaftlichen Studiums stehen "neue Technologietrends" für Grundlagenforschung und Praxisanwendung.

Die Geschichte der Medizin ist geprägt von den Leistungen der Ärzte und der steten Suche und Entwicklung von Medikamenten, bzw.: Medizin. Dabei war die Medizintechnik die längste Zeit hauptsächlich ein Werkzeuglieferant, und trotz steter Verbesserungen hat sich lange nicht viel verändert. Beispielsweise chirurgische Instrumente wie Skalpelle, Knochenzangen und -sägen gab es schon in der Antike. Heute aber kann mithilfe modernster Techniken und Technologien viel mehr geleistet werden, als je zuvor. Der Manager des Medizintechnik-Bereichs bei "TE Connectivity" spricht sogar von einer "neuen Ära in der Medizintechnik". 

So sieht es auch das KIT: "Automatisierung und Digitalisierung sind mittlerweile auch in der Medizin eingezogen, wie beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) für bildgebende Verfahren, bei der Verwendung von Robotern in der Mikrochirurgie oder eines 'digitalen Zwillings' in der personalisierten Medizintechnik." Entsprechend hoch sei der Bedarf an Spezialist*innen, "um diese Entwicklung mitzugestalten." Dabei soll es sowohl um Grundlagenforschung gehen, als auch um die Praxisanwendung. So bereite der "Studiengang Medizintechnik am KIT optimal auf neue Technologietrends und Herausforderungen im Bereich der industriellen und klinischen Entwicklung von Medizinprodukten vor", sagt Professor Werner Nahm vom Institut für Biomedizinische Technik des KIT. 

Dabei können die Studierenden eigene Schwerpunkte setzen mit "Wahlmöglichkeiten zwischen Industrie-, Forschungs- und Klinikpraktika" und eines planmäßigen Auslandsaufenthaltes im 5. Semester. Der Bachelor schließt mit einem "Joint-Degree" mit der Universität Heidelberg ab. "Mit dem Abschluss im Bachelorstudiengang Medizintechnik verfügen Studierende über die Kompetenz, medizinische Problemstellungen in ingenieurwissenschaftliche Aufgabenstellungen zu übersetzen und verantwortungsvoll unter technischen, regulatorischen, ökonomischen und sozialen Randbedingungen Lösungen zu erarbeiten“, so Nahm. 

Rechtzeitig für die ersten B.A.-Absolvent*innen soll dem Studiengang ab dem Wintersemester 2024/25 ein Masterstudiengang folgen, in dem sich die Studierenden weiter spezialisieren können, sofern sie nicht schon mit dem Bachelor in die Berufswelt einsteigen wollenMedizintechnik-Ingenieur*innen B.A. finden Arbeit in vielfältigen Bereichen, vom Gesundheitsamt über Krankenhäuser bis hin zur medizintechnischen Industrie. Dabei gehören beispielsweise technische Beratung, Beschaffung, Inbetriebnahme und Anwenderschulung für Medizintechnik zu den Aufgaben. "Daneben sind auch Prozess- und Qualitätsmanagement Teile des Berufsbilds", heißt es vom KIT. In spezialisierten Ingenieurbüros und entsprechenden Industriebetrieben findet auch Produktentwicklung und -optimierung statt. 

Weiterführende Informationen: 

https://www.kit.edu/kit/pi_2022_051_neuer-studiengang-medizintechnik-brucke-zwischen-menschen-und-technik.php 

Quellen:

https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/58625.pdf 

https://www.te.com/deu-de/about-te/perspectives-on-technology/trends-in-technology-for-medical.html 

 

08.06.2022