Vorbehalte gegen Homeoffice nehmen ab
Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

 

(pz) Das Infektionsgeschehen zwang viele Arbeitnehmer, ihre Tätigkeit ins Homeoffice zu verlegen. Im Zeitraum von August 2020 bis Februar 2021 stieg deren Anteil von 25 auf 36 Prozent. Damit einher gingen sinkende Vorbehalte von Arbeitgebern und Beschäftigten gegen das Arbeiten von zu Hause aus.

Selbstverständlich eignet sich nicht jede Tätigkeit dafür. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung unterscheidet zwischen vier verschiedenen Abstufungen hinsichtlich des Homeoffice-Potentials:
- das bereits genutzte Potenzial – Beschäftigte, die zumindest teilweise von zu Hause arbeiten
- das nicht nutzbare Potenzial – Beschäftigte, die ihre Tätigkeit nicht im Homeoffice ausüben können
- das mittelfristig nutzbare Potenzial – Beschäftigte, deren Tätigkeit zwar für Homeoffice geeignet ist, die derzeit aufgrund fehlender technischer Voraussetzungen aber nicht im Homeoffice arbeiten können
- das kurzfristig nutzbare Potenzial.

Darin eingeschlossen sind sowohl Fälle, in denen trotz ausreichender Voraussetzungen kein Homeoffice zugelassen wird, als auch Fälle, in denen sich die Beschäftigten gegen die Heimarbeit entscheiden – beispielsweise aus dem Wunsch heraus, berufliches und privates Leben zu trennen.

Die Befragung „Leben und Erwerbstätigkeit in Zeiten von Corona“ des IAB zeigt, dass das genutzte Potential ab August des vergangenen Jahres kontinuierlich anstieg, bis zun 36 Prozent im Februar 2021. Nach wie vor übt aber knapp über die Hälfte aller Beschäftigten Tätigkeiten aus, die sich nicht für die Arbeit von zu Hause aus eignen – zum Beispiel Kassiererinnen, Pflegepersonal und Bauarbeiter.

Auch wenn sich ihre Tätigkeit eignet und die technischen Voraussetzungen gegeben sind, wechseln viele Beschäftigte nicht ins Homeoffice. Denn auf beiden Seiten bestehen diesbezüglich noch Vorbehalte. Hier liegt das größte kurzfristig nutzbare Potenzial, denn Vorbehalte lassen sich zumindest theoretisch schnell ausräumen.  Es zeigt sich jedoch, dass  Vorbehalte unter den Beschäftigten (5 Prozent) inzwischen weiter verbreitet sind als unter den Arbeitgebern (3 Prozent).

Insgesamt zeigt sich, dass sich während der Homeoffice-Hochphase bei dem nicht nutzbaren Potenzial sowie dem mittelfristig nutzbaren Potenzial – zum Beispiel beim Ausbau technischer Voraussetzungen – wenig getan hat. Gleichzeitig  verloren die Vorbehalte aufseiten der Arbeitgeber stark an Bedeutung. Für die persönlichen Vorbehalte der Beschäftigten gilt dies in geringerem Maße.

 

Quelle: https://www.iab-forum.de/homeoffice-in-der-corona-krise-vorbehalte-haben-abgenommen/