Zahl der Deutschlandstipendien steigt
Förderprogramm für begabte Studierende erfolgreich

 

(ps) Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist die Zahl der Studierenden, die mit einem Deutschlandstipendium gefördert werden, im vergangenen Jahr um 3 Prozent gestiegen. Das Programm richtet sich an Studienanfänger*innen wie auch Studierende, die in ihrem "Werdegang herausragende Leistungen" vorweisen können und für die Zukunft erwarten lassen. Bewerben kann sich im Prinzip jede*r, gewürdigt werden nicht nur Bestnoten, sondern auch etwa ehrenamtliches Engagement und persönliche Umstände. 

Dass Studierende oft knapp bei Kasse sind, ist allgemein bekannt. Wie groß das Problem ist, hat erst jüngst eine Untersuchung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes ergeben: Je nach Wohnsituation sind 30 bis 79 Prozent der Studierenden von Armut betroffen. Das mittlere Einkommen der Studierenden liege 463 Euro unterhalb der Armutsschwelle – 45 Prozent sogar mit Bafög. Dabei sollte der Fokus während des Studiums eigentlich bei den Studieninhalten liegen, und nicht bei der Frage, ob man sich das nächste Brot noch wird leisten können. Nicht zuletzt aus diesem Grund gibt es zahlreiche Stipendienprogramme mit verschiedenen Schwerpunkten. Das Deutschlandstipendium richtet sich an besonders begabte und besonders engagierte Studierende, mit dem Ziel, "junge Talente" zu fördern. 

Das 2011 vom Bundesbildungsministerium nach dem Vorbild des NRW-Stipendiums ins Leben gerufene Programm versteht sich explizit nicht als Elitenförderung: "Der Leistungsbegriff, der dem Stipendium zugrunde liegt, ist bewusst weit gefasst: Gute Noten und Studienleistungen gehören ebenso dazu wie die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen oder das erfolgreiche Meistern von Hindernissen im eigenen Lebens- und Bildungsweg." Dies kann Deutschlandstipendiatin Teresa  bestätigen: "Ich kenne aber auch jemanden, der mit einem Schnitt von 2,8 genommen wurde", sagt sie dem StudyBees-Magazin. Sie selbst habe sich zweimal beworben und sei erst beim zweiten Versuch erfolgreich gewesen. Das Stipendium in Höhe von 300 Euro monatlich wird dann ein Jahr bzw. zwei Semester ohne weitere Bedingungen ausgezahlt. Am Ende der Zeit kann man sich erneut bewerben und so im Zweifel das ganze Hauptstudium über gefördert werden. 

Im Jahr 2021 haben 29.000 Studierende von dem Stipendium profitieren können, ein Anstieg um 3 Prozent zum Vorjahr. Damit wurde 1 Prozent der Studierenden gefördert – Ziel ist es jedoch nun, auf eine Förderquote von 8 Prozent zu kommen. Das somit gerade im Ausbau befindliche Stipendienprogramm bietet also derzeit beste Chancen für die Bewerber*innen. Unter den Bundesländern führt das Saarland erneut, mit einer Quote von 2,1 Prozent Stipendiat*innen. Schlusslicht ist Thüringen mit 0,4 Prozent.

Nicht jede Hochschule bietet Deutschlandstipendien an, die Mehrheit nimmt aber an dem Programm teil. Auch der Einstieg ist einfach: "Der Bewerbungsprozess lief recht simpel ab", erzählt Teresa. "Ich musste eigentlich nur ein Formular ausfüllen, mir einen Prof suchen, der mich empfiehlt und die Unterlagen zusammen mit meinem Lebenslauf beim Dekan abgeben." Auch Stipendiatin Julia sagt: "Jeder sollte sich bewerben, egal mit welchen Noten. Man kann ja eigentlich nur gewinnen."

Weiterführende Informationen:

https://www.deutschlandstipendium.de/deutschlandstipendium/de/home/home_node.html 

Quellen:

https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/05/PD22_224_21.html 

https://studybees.de/magazin/deutschlandstipendium-eine-stipendiatin-im-interview/ 

https://www.e-fellows.net/Studium/Stipendien/Deutschlandstipendium/Eine-Deutschlandstipendiatin-im-Interview 

https://www.zeit.de/campus/2022-05/studierende-armut-paritaetischer-wohlfahrtsverband 

 

03.06.2022