Zahl der Kurzarbeitenden geringer als gedacht
Hochrechnungen waren anscheinend fehlerhaft

 

Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) lagen erste befragungsbasierte Hochrechnungen im Frühjahr und Sommer 2020 offenbar zu hoch. Aufgrund des großen Interesses der Öffentlichkeit an diesem Thema wurden häufig Befragungen in den Unternehmen durchgeführt, um die Zahl der von der Kurzarbeit Betroffenen noch vor der amtlichen Veröffentlichung festzuhalten. Vergleicht man allerdings die von der Bundesagentur für Arbeit vorgelegten Daten mit denen aus den Befragungen und Hochrechnungen, werden große Diskrepanzen deutlich. Während die Bundesagentur für den August des vergangenen Jahres 2,5 Millionen Kurzarbeitende erfasste, lagen die Hochrechnungen des IAB (3,3 Millionen) und des ifo-Instituts (4,6 Millionen) deutlich höher.


Eine wichtige Ursache für eine Überschätzung besteht darin, dass es einen Unterschied zwischen der abgerechneten und der berichteten Kurzarbeit gibt. Andererseits lässt auch der Begriff „Kurzarbeit“ den Betrieben Interpretationsspielraum. „Verschiedene Personengruppen können nach Einschätzung der Befragten „kurz arbeiten“, aber keinen rechtlichen Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben.“, so der IAB-Forscher Christian Kagerl. Die vollständige Studie ist online unter doku.iab.de/kurzber/2021/kb2021-24.pdf abrufbar.

 

Quelle: https://www.iab.de/de/informationsservice/presse/presseinformationen/kb2421.aspx