Zahl der Studienberechtigten sinkt
Sondereffekt führt dennoch zu einem Zuwachs

 

(ps) Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist die Zahl der Studienberechtigten 2021 um 3,5 Prozent gestiegen. Was zunächst erfreulich klingt, ist jedoch auf einen einmaligen Sondereffekt zurückzuführen. Rechnet man diesen raus, zeigt sich ein anderes Bild.

Sie werden ein zunehmend rares Gut auf dem Arbeitsmarkt: Nachwuchskräfte. Es locken über 20.000 Studiengänge und zahlreiche attraktive Ausbildungen. Allein, der Nachwuchs wird weniger. Während 1970 noch satte 29,7 Prozent der Bevölkerung (Westdeutschland) unter 20 Jahre alt war, liegt dieser Wert 2020 nur noch bei 18,4 Prozent. Den demographischen Wandel nennt auch das Statistische Bundesamt als Hauptgrund für die zurückgehenden Zahlen. Lediglich ein Sondereffekt aus Niedersachsen, das vom G8- aufs G9-Abitur zurückstellt, lässt die Zahlen dieses Jahr steigen.

Im Jahr 2021 haben 395.000 Schülerinnen und Schüler die Hochschul- oder Fachhochschulreife erlangt. Das sind 13.500 oder 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Ohne den Sonderfall Niedersachsen ergibt sich deutschlandweit ein Rückgang der neuen Studienberechtigten um 2 Prozent. Parallel sank die Zahl der Menschen in der relevanten Altergruppe der 17-19jährigen zum 31.12.2020 um 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Ostdeutschland (mit Berlin) sank die Zahl der Studienberechtigten um 1,4 Prozent, in Westdeutschland (ohne Niedersachsen) um 2,1 Prozent. 

Die größten Rückgänge verzeichnen Hessen mit 10,2 Prozent und Sachsen-Anhalt mit 5,6 Prozent. Freuen kann sich das Saarland über einen Zuwachs von 5,1 Prozent und Brandenburg über 3,2 Prozent. Der Frauenanteil an den Studienberechtigten ist 2021 mit 54,1 Prozent leicht angestiegen; 2020 waren es noch 53,7 Prozent. Dabei war bei den Studienberechtigten mit allgemeiner oder fachgebundener Hochschulreife der Frauenanteil mit 55,3 % am höchsten, während bei der Fachhochschulreife der Männeranteil mit (50,6 %) leicht überwog.

Dabei ist der klassische Weg über das Abitur der häufigste, aber keineswegs der einzige: "Die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife erwarben vier Fünftel (79,6 Prozent) der Studienberechtigten. Ein Fünftel der Studienberechtigten (20,4 Prozent) erlangte die Fachhochschulreife. Zwei Drittel (66,6 Prozent) der Studienberechtigten erwarben ihre Hoch- bzw. Fachhochschulreife an einer allgemeinbildenden Schule, ein Drittel (33,4 Prozent) an einer beruflichen Schule." Eine Studienberechtigung für Fachhochschule oder Universität kann übrigens auch nachträglich erlangt werden. Einen Überblick über die gängigen Möglichkeiten hat die Arbeitsagentur zusammengestellt: https://www.arbeitsagentur.de/bildung/schule/zweiter-bildungsweg 


Quellen:

https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/02/PD22_079_21.html;jsessionid=25F44F1027CBB68E289945FE2EFCB979.live741 

https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Bevoelkerungsstand/Tabellen/liste-altersgruppen.html 

https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61538/bevoelkerung-nach-altersgruppen-und-geschlecht/