19. Preisverleihung des Wettbewerbes „Jugend und Wirtschaft“
Staatssekretär Wolfgang Schmidt: „Finanzielle Kompetenz für Jugendliche ebenso wichtig wie für Erwachsene.“

 

Im 19. Wettbewerb „Jugend und Wirtschaft“ wurden am 11. September Schülerinnen und Schüler ausgezeichnet, die sich ein ganzes Schuljahr lang intensiv mit dem Wirtschaftsteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung befasst, selbst Zeitungsbeiträge recherchiert, geschrieben und veröffentlicht haben. Erstmals fand die Preisverleihung im Bundesfinanzministerium in Berlin statt.

„Das Wissen über wirtschaftliche Zusammenhänge ist für Jugendliche ebenso wichtig wie für Erwachsene“, sagte Wolfgang Schmidt, Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen anlässlich der Verleihung. Der gemeinsame Schülerwettbewerb von Bankenverband und der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ leiste einen wichtigen Beitrag zur ökonomischen Bildung. „Denn nur wer weiß, wie Wirtschaft funktioniert, kann Verantwortung für eigenen Finanzentscheidungen übernehmen.“

Einzelpreise für die besten Artikel gingen an Elisabeth Habeck vom Lise-Meitner-Gymnasium in Grenzach-Wyhlen, Joshua Zettelmeier vom Bayernkolleg Schweinfurt und Max Ufer von der Katholischen Schule Liebfrauen in Berlin. Schulpreisträger sind das Lise-Meitner-Gymnasium in Grenzach-Whylen, das Max-Planck-Gymnasium in Lahr und die Katholische Schule Liebfrauen in Berlin. Staatssekretär Wolfgang Schmidt, F.A.Z.-Herausgeber Gerald Braunberger, Kuratoriumsvorsitzender der FAZIT-Stiftung Karl Dietrich Seikel und Bankenpräsident Hans-Walter Peters zeichneten die Preisträger aus.

Bankenpräsident Hans-Walter Peters lobte die Motivation und den Einsatz der jungen Nachwuchsjournalisten. „Schülerinnen und Schüler, die sich für Wirtschaft interessieren, regelmäßig Zeitung lesen und obendrein noch gut schreiben können, sind inzwischen zu einer bedrohten Art geworden“, sagte Peters. Der Bankenverband fördere die ökonomische Schulbildung im Rahmen seines SCHULBANK-Programms inzwischen seit mehr als 30 Jahren, so Peters.

Begleitet wurden die Schüler von Lehrern und Schulleitern, deren Engagement einen solchen Schülerwettbewerb überhaupt erst möglich macht. Die Artikelpreisträger erhalten für ihre Leistungen ein iPad, die Schulpreise sind mit jeweils 2.500 Euro dotiert. In diesem Jahr haben rund 1.100 Schüler aus deutschlandweit 60 Schulen teilgenommen.

Alle drei Jahre untersucht der Bankenverband zudem in einer Studie, wie Jugendliche bei den Themen Wirtschaft, Finanzen und Geld ticken. 2018 erklärten 2018 erklärten 71 Prozent der jungen Leute, dass sie in der Schule nicht viel bis gar nichts über Wirtschaft lernen bzw. gelernt haben. Dabei wünschen sich 84 Prozent mehr Informationenh über wirtschaftliche Zusammenhänge in der Schule. Zwei Drittel forderen sogar die Einführung eines eigenen Schulfachs "Wirtschaft".

Das Thema „Wirtschaft in der Schule“ ist in den vergangenen Jahren zwar auf der Agenda der Bildungspolitiker weiter nach oben gerückt und es hat auch Fortschritte gegeben, siehe die Einführung wirtschaftsbezogener Fächer in Baden-Württemberg. Und auch das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen setzte fest, dass das Fach „Wirtschaft“ vom Schuljahr 2020/21 an allen weiterführenden allgemeinbildenden Schulen Pflichtfach wird. An den Gymnasien erfolgt der Start bereits zum Schuljahr 2019/20 im Zuge der Umstellung auf G9, an den Hauptschulen, Realschulen, Sekundarschulen und Gesamtschulen im darauf folgenden Schuljahr. Trotzdem: Ein flächendeckendes eigenständiges Schulfach Wirtschaft gibt es bislang immer noch nicht.

Wirtschaft muss aber genauso wie Mathematik oder Englisch systematisch gelehrt und gelernt werden. An einem eigenen Schulfach, das von speziell dafür ausgebildeten Lehrkräften unterrichtet wird, geht daher kein Weg vorbei. Und die Lerninhalte dürfen sich auch nicht auf Verbraucherthemen beschränken, sondern müssen ein breites ökonomisches Grundverständnis vermitteln.