"Lebendige Auseinandersetzung mit der Geschichte ist die beste Demokratieerziehung"
Einblicke in Originaldokumente der Staatssicherheit, Gespräche mit Zeitzeugen und szenische Lesungen

 

Am 9. November 1989 fiel die Mauer - und die Teilung Deutschlands war bald darauf Geschichte. "Die bewegenden Ereignisse von Januar 1989 bis zum Mauerfall sind Thema des 8. Sächsischen Geschichtscamp in Leipzig. 25 Schüler aus Sachsen werden gemeinsam mit 25 Schülern aus Baden-Württemberg und zehn Schülern aus dem gesamten Bundesgebiet in einer historischen Zeitreise die Friedliche Revolution vor 30 Jahren noch einmal aus unterschiedlichen Blickwinkeln erleben und analysieren", teilt das sächsische Kultusministerium mit. Die Schüler erhalten, wie es weiter heißt, Einblicke in Originaldokumente der Staatssicherheit, besuchen den ehemaligen Stasi-Bunker in Machern, nehmen an szenischen Lesungen teil und können mit Zeitzeugen der Friedlichen Revolution sprechen.

"Eine lebendige Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts ist die beste Demokratieerziehung. Sie zeigt den Schülern, dass das Grundrecht der Freiheit nicht selbstverständlich gegeben ist", so Kultus-Staatssekretär Herbert Wolff. Er macht zu dem deutlich: „Das 30-jährige Jubiläum der Friedlichen Revolution mit Mauerfall und Deutscher Einheit sind gute Gelegenheiten, die Geschichte der deutschen Teilung verstärkt im Unterricht zu behandeln". Dabei käme es vor allem darauf an, Geschichte so zu vermitteln, dass das Interesse der Schüler geweckt wird. „Historisch-politische Bildung will nicht nur Informationen über Ereignisse, Namen und Daten vermitteln. Für die Schüler soll die Geschichte greifbar werden, damit sich das Wissen einprägt und die Jugendlichen dieses Wissen mit der Gegenwart verbinden“, betonte Wolff.

Zur Eröffnung des Geschichtscamp werden der Sächsische Kultus-Staatssekretär, Herbert Wolff sowie Ministerialdirigent Vittorio Lazaridis, Abteilungsleiter im Kultusministerium in Baden-Württemberg, und Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR vor Ort sein und mit den Schülern ins Gespräch kommen.

Regelmäßig Auseinandersetzung mit der Geschichte der DDR und der Staatssicherheit

Das Sächsische Geschichtscamp bietet nach Angaben des sächsischen Kultusministeriums interessierten Schülern der Klassenstufen 9 – 13 in Sachsen die Möglichkeit, sich intensiv mit der Geschichte der DDR und der Staatssicherheit auseinanderzusetzen. Der Camp finde jedes Jahr an einem anderen Ort in Sachsen, der einen spannenden Zugang zur DDR-Geschichte eröffnet, statt. Das Sächsische Geschichtscamp sei eine Maßnahme des SMK in Zusammenarbeit mit dem Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, der Körber-Stiftung und dem LaSuB. Es wird unterstützt von der Gedenkstätte Geschlossener Jungendwerkhof Torgau, den Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanälen (SAEK) und dem Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.