Gehälter der Lehrkräfte liegen um 42 Prozent über dem OECD-Mittelwert
Frauen lesen deutlich häufiger Bücher als Männer

Der diesjährige OECD-Bericht „Bildung auf einen Blick 2019“, der von der Kultusministerkonferenz (KMK) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung am 10. September 2019 gemeinsam mit der OECD in Berlin vorgestellt wurde, bescheinigt Deutschland ein zukunftsorientiertes Bildungssystem, heißt es in einer Pressemitteilung.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek sagte bei der Präsentation der Daten: „Das deutsche Bildungssystem kann sich sehen lassen. Eine gute Bildung und Ausbildung und die hohe Bereitschaft für das lebensbegleitende Lernen sind die besten Voraussetzungen, um auf die sich verändernden gesellschaftlichen und beruflichen Herausforderungen reagieren zu können. Hier sind wir im internationalen Vergleich gut aufgestellt. Deutschland ist international führend in MINT. In keinem anderen OECD-Land entscheiden sich mehr Anfängerinnen und Anfänger im Tertiärbereich für ein MINT-Fach als in Deutschland."

Die Ministerin fügte hinzu: "Doch in dieser sich rasch wandelnden Welt endet Bildung nicht mehr mit der Schule, der Ausbildung oder dem Hochschulabschluss. Wir alle müssen uns darauf einstellen, unsere Qualifikationen und Kompetenzen kontinuierlich weiter zu entwickeln. Die Bereitschaft und Notwendigkeit des lebensbegleitenden Lernens ist heute so wichtig wie nie zuvor. Die OECD-Zahlen bescheinigen uns erfreulicherweise eine überdurchschnittlich hohe Beteiligung an Aus- und Weiterbildung."

Lesen von Büchern geht zurück: "Dagen müssen wir anarbeiten"

Der Präsident der Kultusministerkonferenz und Hessische Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz wies auf einen besonderes Aspekt hin: „Dass in Deutschland das Lesen von Büchern bei Erwachsenen in allen Bildungsbereichen sowie für Männer und Frauen – unabhängig vom Alter - jeweils über dem OECD-Durchschnitt liegt, freut mich ganz persönlich. Jedoch ist das Lesen von Büchern zurückgehend und Multitasking sowie das Nutzen von Instant Messaging ansteigend – gerade bei geringer Gebildeten. Gegen diesen Trend müssen wir weiter anarbeiten, auch über die Schule hinaus."

Gut 40 Prozent der Studienanfänger wählen ein MINT-Fach

Nach der Pressemitteilung des Bundesbildungsministeriums wählen gut 40 Prozent aller Anfänger eines Bachelor- oder gleichwertigen beruflichen Programmes in Deutschland ein MINT-Fach. Im OECD-Durchschnitt seien es nur 27 Prozent. Auch die Beschäftigungsaussichten für MINT-Qualifizierte seien in Deutschland überdurchschnittlich hoch. Rund 92 Prozent der Erwachsenen mit einem Informatik-Abschluss in Deutschland hätten einen Job. Für die Absolventen in den Ingenieur- und den Naturwissenschaften lägen die Beschäftigungsquoten bei 91 bzw. 87 Prozent.

OECD bescheinigt Deutschland eine gute Weiterbildungsbeteiligung

Die OECD-Zahlen bescheinigen Deutschland eine überdurchschnittliche Weiterbildungsbeteiligung, heißt es weiter. Mehr als die Hälfte aller Erwachsenen in Deutschland nehme am lebensbegleitenden Lernen teil. Positiv und auffallend im internationalen Vergleich seien die hohen Beteiligungsquoten über alle Altersgruppen. Auch in der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen in Deutschland liege die Beteiligung mit 44 Prozent noch weit über dem OECD-Durchschnittswert von 33 Prozent.

Die regulären Gehälter der Lehrkräfte würden in Deutschland je nach Schulstufe und Berufserfahrung im Durchschnitt um rund 42 Prozent über dem OECD-Mittelwert liegen. Auch das Gehalt je Unterrichtsstunde liege erheblich über dem internationalen Durchschnitt. Seit dem Jahr 2005 hätten sich die Gehälter der Lehrkräfte in Deutschland zudem im internationalen Vergleich relativ günstig entwickelt.

Lesen: Besonders Frauen lesen insgesamt, über alle Bildungsabschlüsse hinweg, mit 55 Prozent deutlich häufiger wöchentlich Bücher gegenüber dem OECD-Durchschnitt von 45 Prozent. Auch Männer liegen mit 30 Prozent über dem OECD-Durchschnitt von 27 Prozent.