Zweite Bewerbungsrunde für Talentschulen in Nordrhein-Westfalen
Ministerin Gebauer: Mit den Talentschulen wollen wir eine Blaupause für beste Bildung entwickeln

Die zweite Bewerbungsrunde für Talentschulen hat begonnen, informierte das nordrhein-westfälische Schulministerium in einer Medienmitteilung. Bis Mitte September 2019 konnten sich öffentliche und private Schulträger mit ihren weiterführenden Schulen darum bewerben, zum Schuljahr 2020/2021 in den Schulversuch Talentschulen aufgenommen zu werden. Schulministerin Yvonne Gebauer erklärte: „Ich freue mich, schon ein Jahr nach der ersten Bewerbungsrunde nun den Startschuss geben zu können für weitere 25 Talentschulen. Beste Bildung braucht beste Bedingungen. Mit dem Schulversuch Talentschulen wollen wir beste Bedingungen gerade an solchen Schulen schaffen, die vor besonderen Herausforderungen stehen. Ich empfehle allen Schulen, diesen Schulversuch als Chance zu nutzen und sich als Talentschule zu bewerben.“

Insgesamt 60 Talentschulen sind vorgesehen

25 Plätze sind für den Schulversuch Talentschulen ab dem Schuljahr 2020/2021 zu vergeben, neun davon an berufsbildende Schulen, heißt es weiter. Bis Ende November solle eine Fachjury die teilnehmenden Schulen auswählen. Den Juryvorsitz werde erneut Prof. Dr. Ewald Terhart vom Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Münster übernehmen. Terhart hatte schon die Jury der letztjährigen Bewerbungsrunde geleitet, in der die ersten 35 Talentschulen ausgewählt wurden, die im kommenden Sommer zum neuen Schuljahr an den Start gehen. Der Schulversuch soll zeigen, wie die Schülerleistungen an Schulen mit großen sozialen Herausforderungen durch besondere unterrichtliche Konzepte, gezielte Unterstützungsangebote bei der Schulentwicklung und zusätzliche Ressourcen gesteigert werden können. „Die 60 Talentschulen leisten einen wichtigen Beitrag zur Chancengerechtigkeit. Gleichzeitig können die Talentschulen der Motor für ein ganzes Stadtviertel und Quartier werden, denn mit dem innovativen Vernetzungsansatz können vor Ort noch viel mehr Akteure von dem Schulversuch profitieren. Ich freue mich, dass wichtige Stiftungen und andere Projektpartner den Schulen als Partner zur Seite stehen und sie als Talentschulen begleiten werden“, so Ministerin Gebauer.

Für die zusätzliche personelle Ausstattung der teilnehmenden Schulen stellt das Land mehr als 400 Lehrerstellen bereit: 100 Stellen an berufsbildenden Schulen, 315 Stellen an allgemeinbildenden Schulen. Für die allgemeinbildenden Talentschulen bedeutet das einen Zuschlag in Höhe von 20 Prozent auf den Grundstellenbedarf.

Landesregierung erwartet bei den Investitionen einen Multiplikatoreffekt

Die Landesregierung erwartet bei den Investitionen einen Multiplikatoreffekt: Schulträger sollen mit Mitteln aus dem NRW-Programm „Gute Schule 2020“, dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz, dem Digitalpakt, der Schul- und Bildungspauschale und weiteren schulbezogenen Infrastrukturförderprogrammen eine sehr gute bauliche und digitale Ausstattung der Talentschulen ermöglichen. Ergänzend können im Rahmen bestehender rechtlicher Möglichkeiten zum Beispiel Stiftungen, Unternehmen (Sponsoring) und zivilgesellschaftliche Akteure einen Beitrag zur bestmöglichen Ausstattung und Unterstützung der Schulen leisten.