Ärzte unterstützen und Gutes für den Menschen tun
Neu und zukunftsträchtig: Bachelorstudiengang Physician Assistance

 

Der Alltag vieler Ärzt*innen ist geprägt durch Überstunden und 24-Stunden-Schichten. Physician Assistants entlasten sie spürbar, indem sie medizinische oder administrative Aufgaben übernehmen. Ärzte können zum Beispiel Dokumentationsaufgaben, Visitenorganisation oder das OP-Management an Arztassistent*innen delegieren. Der neue Studiengang „Physician Assistance – Arztassistenz“ an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden vermittelt auf der einen Seite die dafür notwendigen theoretischen Kompetenzen, auf der anderen Seite nimmt der Praxisanteil mit über 30 Prozent einen breiten Raum an. Künftig können 45 Studierende diese Praktika bei der Kliniken Nordoberpfalz AG, den Kliniken des Landkreises Neumarkt i.d.OPf, dem Klinikum St. Marien in Amberg und dem Klinikum Passau absolvieren.

Nach dem Studium haben die Absolventen hervorragende Karriereaussichten: „Physician Assistance – Arztassistenz“ ist ein in Deutschland relativ neues Studium. Laut Gehaltsportal „gehalt.de“ zählt der medizinische Assistenzberuf zu den acht Trendberufen 2019 – ein Prädikat für eine besonders zukunftssichere Ausbildung. Zurzeit ist die OTH Amberg-Weiden die einzige staatliche Hochschule, an der „Physician Assistance – Arztassistenz“ grundständig, also ohne Gebühren, studiert werden kann. Zudem ist der Studiengang an der OTH Amberg-Weiden der erste an einer staatlichen Hochschule in Deutschland, bei dem keine vorherige Ausbildung im Gesundheitswesen Eingangsvoraussetzung ist. Der Studiengang ist durchaus auch eine Alternative für Interessierte an einem Medizinstudium, die aufgrund der Zulassungsbedingungen keinen Studienplatz erhalten.

Nicht zuletzt aufgrund der steigenden Lebenserwartung der Menschen nimmt die Bedeutung der medizinischen Versorgung und des Gesundheits- und Pflegewesens weiter zu. Der damit einhergehende Bedarf an entsprechenden Fachkräften bietet sichere und interessante berufliche Perspektiven. Das Berufsbild Physician Assistance (PA, „Arztassistenz“) kommt ursprünglich aus den USA. In Deutschland gibt es bisher ca. 300 Absolvent*innen (Stand 2018). Der eklatante Ärztemangel in Deutschland hat das Interesse an einem neuen akademischen Berufsbild in der Medizin bei der Ärztevertretung, bei Gesundheitseinrichtungen und in der Politik wachsen lassen. Dem Berufsbild unterliegt die Idee, dass gewisse Tätigkeiten von Ärzten an gut ausgebildete MitarbeiterInnen delegiert werden können.

Für Physician Assistants gibt es einige typische Einsatzbereiche:

  • Organisation und Assistenz im OP
  • Administration im Krankenhaus und anderen Gesundheitseinrichtungen
  • Unterstützung von Ärzten im niedergelassenen Bereich und in der ländlichen Gesundheitsversorgung
  • Notfallmedizin
  • Medizintechnik

Die Tätigkeiten des Physician Assistant in diesen Einsatzbereichen sind unter anderem:

  • Vorbereitung von Visiten
  • Stationsbesetzung in Kliniken und Organisation von Stationsabläufen
  • Lehrveranstaltungen für Gesundheitsfachberufe (Pflegeberufe, OTA, MTA, Physiotherapie…)
  • Mitwirkung an Anamnese-, Statuserhebung und Erstellung von Diagnosen
  • Durchführung kleinerer Eingriffe wie Wundversorgung
  • Koordination von therapeutischen Teams
  • Zertifizierung von Medizinischen Versorgungszentren
  • Infusionstherapie, Blutentnahmen
  • Organisation des Aufnahme- und Entlassungsmanagements
  • Erstellen von Reha-, AHB-Anträgen
  • Einsatz im OP-Management und Assistenz bei Operationen
  • Vorbereitung von Transplantationen
  • Nach Einarbeitung orientierende Ultraschalluntersuchungen
  • u. v. m.

Studienstart und Zulassungsvoraussetzungen

Im Studiengang Physician Assistance - Arztassistenz ist ein Studienbeginn nur zum Wintersemester möglich. Regulärer Bewerbungszeitraum für das Wintersemester: 1. Mai bis 15. Juli jeden Jahres für alle Studiengänge. In Ausnahmefällen werden die Bewerbungsfristen einzelner Studiengänge verlängert. Voraussetzung für die Zulassung an der OTH Amberg-Weiden ist die allgemeine Hochschulreife, die fachgebundene Hochschulreife oder die Fachhochschulreife. Zudem ist eine Zulassung über den beruflichen Hochschulzugang möglich. Weitere Zulassungsbeschränkungen (z. B. Numerus Clausus) können je nach Nachfragesituation zusätzlich zur Anwendung kommen.