Eltern sollen sich einmischen
parentum: Eltern und Schüler willkommen

Es ist Sonnabend, der 31. August 2019. Parallel finden in Magdeburg und im Ortsteil Buch des Berliner Bezirks Pankow parentum-Berufswahltage für Schüler mit ihren Eltern statt. Die Eltern sind ausdrücklich willkommen. Denn als einflussreiche Ratgeber für ihre Kinder bei der beruflichen Orientierung sollten sie auf dem aktuellen Stand sein, was den Arbeitsmarkt angeht.

Die parentum-Tage unterstützen Eltern dabei, sich gemeinsam mit ihren Töchtern und Söhnen zu informieren. Bundesweit in 30 Städten von Flensburg bis Friedrichshafen und von Düsseldorf bis Dresden bringt die parentum Familien mit Firmen und Hochschulvertretern zusammen. In persönlichen Gesprächen können sie sich ungezwungen miteinander austauschen und Kontakte knüpfen.

Das Konzept kommt seit zehn Jahren sehr gut an

Das Konzept kommt seit zehn Jahren sehr gut an – sowohl bei den Eltern als auch bei den Schülern und Bildungsanbietern. Für die Hamburger Mutter Mareike Schröder ist es „eine gute Chance, einen Überblick über die vielen Studiengänge und Ausbildungsberufe zu erhalten. An den Ständen wurden wir freundlich und intensiv beraten. Ich habe das Gefühl, dass es nun auch bei meinem Sohn Jonas Klick gemacht hat.“

Jonas nutzte den parentum-Tag in Hamburg dazu, mit Auszubildenden und dualen Studenten zu sprechen sowie einen Intensivworkshop zur Berufswahl zu besuchen: „Der Referent war toll. Ich fühle mich jetzt nicht mehr so unter Druck gesetzt, gleichzeitig aber auch motiviert, meinen eigenen Weg zu finden.“

Inspirationen, neue Erkenntnisse und ein gestärktes Selbstwertgefühl – das nehmen die jungen Menschen nach dem Besuch der parentum meist mit nach Hause. Weil es hilfreich ist, mit Praktikern vor Ort zu sprechen, diffuse Vorstellungen aufzulösen bzw. zu konkretisieren und nicht zuletzt die Komfortzone Schule und Zuhause zu verlassen.

„Manche Schüler bekommen am Messestand den Mund nicht auf“, sagt ein Unternehmensvertreter, der schon seit 2011 regelmäßig auf der parentum ausstellt. „Dann hilft es, wenn die Eltern den Anfang machen. Überhaupt ist die Zielgruppe Eltern für uns sehr wichtig. Weil sie andere, oft sehr konkrete Fragen stellt und bei Themen wie Finanzierung und Bewerbungsverfahren in die Tiefe geht. Beide, Eltern und Schüler, am Stand beraten zu dürfen, ist für uns die perfekte Kombination.“

Die Eltern beim beruflichen Orientierungsprozess mit ins Boot zu holen, ist selbst für Schulen oft eine schwierige Aufgabe. Umso förderlicher sind außerschulische Lernorte wie die parentum-Tage, die auch die Eltern miteinbeziehen. Und ihnen Lust und Mut machen, sich niedrigschwellig mit dem Thema Berufswahl auseinanderzusetzen und sich Kompetenzen und Wissen anzueignen. Andere Abschlüsse, Arbeitswelten und Recruitingstrategien – die Welt der Ausbildungsberufe und Studiengänge hat sich sehr verändert, seit die Eltern selbst einmal vor der Berufswahl standen.

Im Idealfall sind Mütter und Väter Ratgeber, Vorbild, Horizonterweiterer und Anker in einem. Sie kennen die Interessen und Fähigkeiten ihrer Kinder, ihre Stärken und Schwächen. Der 16-jährige Jonas gehört zu den rund 60 Prozent Schülern, die laut Trendence Schülerbarometer 2018 „den Austausch mit ihren Eltern hilfreich finden“. Und die Allensbach-Studie „Schule – und dann?“ bestätigt, dass Schülern, die von ihren Eltern intensiv bei der Berufsorientierung unterstützt werden, die Berufswahl leichter fällt.

Einen sanften Schubs dürfen die Eltern geben, die Berufsorientierung komplett abnehmen sicherlich nicht. Das Kind soll selbst entscheiden und nicht meinen, den Erwartungshorizont der Eltern erfüllen zu müssen. Denn das kann dazu führen, dass der Schüler beispielsweise einen Studiengang wählt, obwohl eine Ausbildung besser zu ihm passen würde. Eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) fand nämlich heraus, dass vielen Jugendlichen die soziale Anerkennung von Familie und Freunden bei der Berufswahl so wichtig sei, dass manche Berufe aus Angst, nicht gut anzukommen, gar nicht erst in Betrag gezogen würden.

Praxisnahe Orientierung und Impulse, Perspektiven zu entdecken – das möchte die parentum den Besuchern bieten. Und bereitet das Thema berufliche Orientierung deshalb schon monatelang vor der Messe vor. In Workshops für Eltern und Schüler sowie auf Elternabenden bietet sie Werkzeuge für Recherche und Potenzialanalyse. Damit die Eltern die Jugendlichen über einen längeren Zeitraum begleiten und ihnen Hilfe zur Selbsthilfe bieten können.

„Die Weichen für den Berufseinstieg sind gestellt“, resümiert Mareike Schröder. „Jonas hat jetzt nicht mehr solche Berührungsängste und ich auch nicht. Demnächst macht er ein Praktikum bei einer Reederei – ein freiwilliges wohlgemerkt. Ich finde, das ist doch schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.“