Aufruf zum Wettbewerb „Die beste Schule“
Wer will sich die „Bürgerkrone“ aufsetzen lassen / 40 Golddukaten als Preis ausgesetzt

(hrs) Lang ist es her, aber man könnte denken: Die Idee stammt von heute. Die Hamburger Patriotische Gesellschaft schrieb vor gut 200 Jahren, im Jahre 1814, einen Wettbewerb aus, aus dem die beste Schulverfassung für Realschulen hervorgehen sollte. Die neue Schulidee sollte zunächst in der damals größten Stadt von Schleswig-Holstein, Altona, verwirklicht werden. In einer Meldung der „Neuen Schleswig-Holstein-Lauenburgischen Provinzialberichte“ (Heft 5/1814) heißt es: „… wenn hier das Problem gut gelöset wird, die ausgebotenen 40 Spez. Dukaten einen guten Handel schließen, und daß der Gelehrte, der sie gewinnt, eine Bürgerkrone im Kauf verdient …“

Die Vorschläge, so wünschte es sich die Patriotische Gesellschaft, sollten lokal, praktisch und anwendbar sein. Eine neue Schulverfassung wurde gewünscht – in für unsere Ohren etwas umständlicher Formulierung - bei der "dem Unterricht selbst immer die Wahl des Lehrers oder seine Kraft die einzige Auflösung dieses wichtigen Theils der Aufgabe bleibt“. Die Erziehung der Kinder sollte auf einem „naturgemäßen Fundament“ beruhen, und „die Entwicklung der Menschennatur nach den organischen Gesetzen dieser Natur selbst“. Im Bericht über die Auslobung des Preises wird auf den Pädagogen Pestalozzi und auf den antiken Schriftsteller Horaz Bezug genommen.

Der Herausgeber der Provinzialberichte, der Prediger G. P. Paulsen, fasste aus seiner Sicht die Forderung nach einer besseren schulischen Erziehung zusammen: „Nicht aus einer kümmerlichen Schule wird ein ‚Tempel des heiligen Geistes‘, aber wohl kann daraus ‚eine Pflanzstätte jugendlicher Denkkraft, Gesundheit, Einfalt und Unschuld‘ werden.“

Leider konnte von der vocatium-news-Redaktion nicht ermittelt werden, welches Schulkonzept den Wettbewerb gewonnen hat.