Aufstiegs-BAföG hilft auf der Karriereleiter
Novelle des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes soll höhere Zuschüsse, höhere Freibeträge und höhere Darlehenserlasse umfassen

 

Der Bundestag hat am Freitag, 13. Dezember 2019, in erster Lesung über die Novelle des Aufstiegsfortbildungs-förderungsgesetzes beraten. Dazu erklärt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek: „Die Reform des Aufstiegs-BAföG ist erforderlich. Unser Land braucht gut qualifizierte Fach- und Führungskräfte. Unsere Arbeitswelt ist im Wandel. Da ist es wichtig, denjenigen, die aufsteigen wollen, eine trittfeste Leiter für ihren beruflichen Aufstieg hinzustellen." Das Aufstiegs-BAföG helfe konkret und passgenau auf der Karriereleiter. Schritt für Schritt ermögliche es eine Förderung von Weiterbildung bis auf Master-Niveau. „Damit verdeutlichen wir nach der erfolgreichen Reform des Berufsbildungsgesetzes einmal mehr: Berufliche und akademische Bildung sind gleichwertig."

„Mit der Beratung im Bundestag haben wir heute einen großen Schritt getan. Meine Novelle stärkt das Aufstiegs-BAföG wie nie zuvor. Damit schlagen wir ein neues Kapitel für berufliche Erfolgsgeschichten auf. Mit der Novelle kommen die stärksten Leistungsverbesserungen seit es das Gesetz gibt: Mit höheren Zuschüssen, höheren Freibeträgen und modernen Strukturen. Das neue Aufstiegs-BAföG macht beruflichen Aufstieg und Familie besser miteinander vereinbar. Dafür nehmen wir so viel Geld in der Hand wie bei keiner AFBG-Reform bisher: 350 Millionen Euro wird die Bundesregierung in dieser Legislaturperiode für berufliche Aufsteigerinnen und Aufsteiger investieren", so die Bundesbildungsministerin abschließend.

Hintergrund:

Mit dem 4. AFBGÄndG können sich die Geförderten auf höhere Zuschussanteile, höhere Freibeträge und höhere Darlehenserlasse freuen:

  • die stufenweise Förderung bis auf  „Master-Niveau“ wird eingeführt
  • die Unterhaltsförderung für Vollzeitgeförderte wird zu einem Vollzuschuss ausgebaut
  • der einkommensunabhängige Kinderbetreuungszuschlag für Alleinerziehende wird von 130 Euro auf 150 Euro erhöht
  • der Zuschussanteil zum Maßnahmenbeitrag für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren wird von 40 Prozent auf 50 Prozent erhöht
  • der Belohnungserlass steigt von 40 Prozent auf 50 Prozent
  • die sozialen Stundungs- und Sozialerlassmöglichkeit für Geringverdiener werden erweitert
  • bei Existenzgründung erfolgt ein vollständiger Erlass der Darlehensschuld
     

Mit dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG, sog. „Aufstiegs-BAföG“) werden Teilnehmer*innen jeden Alters an Maßnahmen der beruflichen Aufstiegsfortbildung finanziell unterstützt. Sie erhalten einkommensunabhängig einen Beitrag zu den Kosten der Fortbildung und bei Vollzeitmaßnahmen zusätzlich einkommensabhängig einen Beitrag zum Lebensunterhalt. Die Förderung erfolgt teils als Zuschuss, teils als zinsgünstiges KfW-Darlehen. Seit Bestehen des AFBG (1996) konnten so rund 2,8 Mio. berufliche Aufstiege zu Führungskräften, Mittelständlern und Ausbildern für Fachkräfte von morgen mit einer Förderleistung von insgesamt rund 9,2 Mrd. Euro ermöglicht werden. 2018 wurden rund 167.000 Personen mit dem AFBG unterstützt.