„Außerschulische Bildung gehört zur Schulbildung“
Kritik am Verbot des Besuchs außerschulischer Lernorte bis zu den Sommerferien

Außerschulische Lernorte dürfen per Schulerlass in fast allen Bundesländern bis zu den Sommerferien nicht besucht werden. Das kritisieren die Anbieter außerschulischer Lernorte. „Museen sind Orte der Bildung. Viel zu oft werden sie auf eine unterhaltende Funktion reduziert“, erklärt dieser Tage Professor Eckart Köhne, Präsident des Deutschen Museumsbundes (Berlin). In Museen, fährt er fort, erleben die Bürger*innen aller Altersklassen an der Schnittstelle zu Universitäten und zur Forschung Wissenschaft aus erster Hand. Wer über die Öffnung der Schulen diskutiert, kann dies nicht tun, ohne auch die Öffnung der Museen mitzudenken.

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) betont in einer Presseinformation, außerschulische Bildungsaktivitäten wie die waldbezogene Umweltbildung gehörten zum nationalen Auftrag für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung. Außerschulische Umweltbildung sei Teil einer hochwertigen Bildung und ein Element zur Transformation der Gesellschaft. „Sollten Besuche außerschulischer Lernorte bis zum Ende des Schuljahres oder sogar darüber hinaus verboten bleiben, fehlt ein Teil moderner Bildung Schülerinnen und Schülern“, schreibt die SDW in einem Brief an die Präsidentin der Konferenz der Kultusminister der Länder. In einer jüngeren Studie, herausgegeben von der Konrad-Adenauer-Stiftung, zum Thema „Draußen spielen“, wird von der Autorin Christiane Richard-Elsner ausgeführt: „Das freie Kinderspiel in anregungsreichen Umgebungen in der Natur bietet viele Gelegenheiten, Selbstwirksamkeitserfahrungen zu machen, Erfahrungen, in denen durch eigenes Handeln Wirkungen in der Umgebung ausgelöst werden. Sie tragen entscheidend zur Bildung des Selbstkonzepts, der Sicht auf sich selbst, bei.“

Die Bedeutung außerschulischen Lernens ist immer wieder Thema wissenschaftlicher Untersuchungen. Zu den Urvätern des außerschulischen Bildungsansatzes gehört der altchinesische Philosoph Konfuzius, von dem der Satz stammt: ,, Erzähle mir und ich vergesse. Zeige mir und ich erinnere. Lasse es mich tun und ich verstehe." Die Pädagogin Daniela Negura erklärte in ihrer 2002 veröffentlichten Masterarbeit über außerschulisches Lernen: „Die Selbsttätigkeit der Kinder ist ausschlaggebend für den Lernerfolg.“ Ihre Untersuchungen ergaben, dass deshalb aber auch außerschulisches Lernen „entweder in das Unterrichtsgeschehen integriert werden oder als Ausgangs- oder Endpunkt dienen“ sollte. Weiterhin betonte sie aufgrund ihrer Ergebnisse: „Lediglich die Kinder, die bereits über ein ausgeprägtes Vorwissen verfügten, waren in der Lage, ihr Wissen durch die neuen Informationen zu ergänzen und wiederzugeben. Diese Erfahrung zeigte mir, wie wichtig es ist, einen Unterrichtsgang nicht nur organisatorisch, sondern besonders inhaltlich gut vorzubereiten.“