Außerschulische Initiativen stärken
Kernforderungen 2020 des Nationalen MINT Forums

Schulen brauchen in den MINT-Fächern eine curricular verankerte Zusammenarbeit mit außerschulischen Lernorten, um über die aktuelle Krise hinaus zukunftsfest zu werden. Dazu gehört eine Stärkung regionaler Strukturen durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Weiterhin sind tragfähige Konzepte für das digitale Lehren und Lernen zu entwickeln und umzusetzen und der Aufbau multiprofessioneller Teams notwendig, berichtet die Siemens-Stiftung in einer Pressemitteilung. 

Seit nunmehr acht Jahren erarbeitet das NMF Kernforderungen zu aktuellen Fragen der MINT Bildung, um sie auf dem Nationalen MINT Gipfel gemeinsam mit der Bundes- und Landespolitik, Wissenschaft, Wirtschaft sowie der MINT-Community zu diskutieren. Eine geplante Veranstaltung dazu musste wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. „Unsere Forderungen wollen wir trotzdem zur Diskussion stellen – erst recht, als sich in der aktuellen Krisensituation zeigt, wie richtig wir damit liegen“, erklärten die NMF-Sprecher Edith Wolf und Dr. Ekkehard Winter gegenüber den Medien. Eine Forderung wurde zwar unmittelbar auf die Corona-Krise hin ergänzt, sie betont aber nur den auch vom NMF schon zuvor immer wieder benannten Bedarf an tragfähigen Modellen für das digitale Lernen und Lehren.

"Schon vor der Krise war klar, dass wir die Schulen in ihrem Bildungsumfeld in den Mittelpunkt des diesjährigen Gipfels stellen wollten”, sagt NMF-Co-Sprecherin Edith Wolf und begründet: „Die Schulen stehen vor einem grundlegenden Wandel in ihrem Selbstverständnis“. Sie müssen die Kinder und Jugendlichen auf die gesellschaftlichen und schulinternen Herausforderungen vorbereiten. Zugleich aber sollen sie mit ihren Unterrichtsmethoden auf den Paradigmenwechsel hin zu mehr Problemlösungskompetenz reagieren, denn das wird heute in der beruflichen Ausbildung, im Studium und später auf dem Arbeitsmarkt verlangt. Auch angesichts der Erfahrungen in der aktuellen Krise bleibt in den Augen des NMF richtig: „Der Wandel gelingt nur, wenn neue Lehr- und Lernmethoden, die Kooperation mit neuen Bildungspartnern und die Integration neuen Lehrpersonals vorangetrieben werden,“ sagte Wolf.

“Ein wichtiger Schlüssel für den erfolgreichen Wandel liegt für uns in der Zusammenarbeit mit außerschulischen Lernorten”, erklärte NMF-Co-Sprecher Dr. Ekkehard Winter. Sie seien eine wesentliche Ergänzung für den Schulunterricht und sollten im Curriculum fest verankert sein. „Die vielen außerschulischen Initiativen dürfen wir in der aktuellen Krise nicht vergessen, sondern müssen sie gezielt unterstützen und stärken“, appellierte Winter und verwies auf die MINT-Qualitätsoffensive, die das NMF vor wenigen Wochen gemeinsam mit weiteren NMF-Mitgliedern gestartet hat. Sie hat das Ziel, außerschulische Initiativen bei der eigenen Qualitätsentwicklung und Wirkungsorientierung zu unterstützen.

Die gegenwärtige Corona-Pandemie stellt die Anpassungsfähigkeit der Schulen auf eine harte Probe und wird das Bildungssystem zweifellos nachhaltig beeinflussen. Umso wichtiger ist, die Schulen jetzt mit aller Kraft bei ihren Aufgaben zu unterstützen. Dabei geht es nicht nur darum, die gegenwärtige Krise zu meistern und Rückschritte etwa in Fragen der Bildungsgerechtigkeit oder Rollenklischees zu verhindern, betonte das NMF-Sprecherteam und forderte: “Wir dürfen vor allem nicht nachlassen, an einem zukunftsfähigen MINT-Bildungssystem weiterzubauen, das Schule und außerschulische Lernorte zu einem Ganzen verbindet.”

Im Nationalen MINT Forum engagieren sich über 30 große, überregional tätige Wissenschaftseinrichtungen, Stiftungen und Verbände gemeinsam für eine bessere Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) entlang der gesamten Bildungskette: von der frühkindlichen über die schulische, die berufliche und akademische Bildung bis hin zur Weiterbildung und zum lebenslangen Lernen. Als die nationale Stimme der MINT-Akteure kondensiert das Forum die Erfahrungen und Kompetenzen der MINT-Zivilgesellschaft, stößt mit seinen Empfehlungen und Forderungen öffentliche Debatten an und tritt mit anderen Stakeholdern, allen voran der Politik, in einen konstruktiven Dialog. 

Mehr Informationen: www.nationalesmintforum.de