Azubis bekommen mehr Geld
BIBB wertet tarifliche Ausbildungsvergütungen für das Jahr 2019 aus: Abstand im Tarifniveau zwischen Ost und West verringert sich leicht

 

2019 sind die tariflichen Ausbildungsvergütungen im bundesweiten Durchschnitt um 3,8 % gestiegen. Bereits 2018 war der Anstieg mit 3,7 % fast genauso hoch ausgefallen. Bundesweit lagen die tariflichen Ausbildungsvergütungen 2019 bei durchschnittlich 939 € brutto im Monat. In Westdeutschland wurde ein durchschnittlicher Betrag von 941 € erreicht, in Ostdeutschland waren es 905 €. Prozentual erhöhten sich die tariflichen Ausbildungsvergütungen 2019 im Osten (5,1 %) deutlicher mehr als im Westen (3,7 %). Der Abstand im Tarifniveau verringerte sich daher leicht: Im Osten werden jetzt 96 % der westdeutschen Vergütungshöhe erreicht, im Vorjahr waren es 95 %. Dies sind Ergebnisse der Auswertung der tariflichen Ausbildungsvergütungen für das Jahr 2019 durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).

Das BIBB wertet die tariflichen Ausbildungsvergütungen seit 1976 jährlich zum Stichtag 1. Oktober aus. Für das Jahr 2019 wurden die durchschnittlichen Vergütungen für 168 Berufe in West- und 110 Berufe in Ostdeutschland ermittelt und in der BIBB-Datenbank „Tarifliche Ausbildungsvergütungen“ erfasst. Bei der Berechnung der gesamtdeutschen Durchschnittswerte sowie der Durchschnittswerte für Ost- und Westdeutschland wurden darüber hinaus alle Ausbildungsberufe berücksichtigt.

Zu beachten ist, dass durch die Novelle des Berufsbildungsgesetzes (BBiG), die am 1. Januar 2020 in Kraft getreten ist, Azubis künftig Anspruch auf eine Mindestausbildungsvergütung haben. Für das erste Ausbildungsjahr wurde zunächst ein Betrag von 515 € festgelegt (§ 17 BBiG), der sich in den Folgejahren erhöht. Von der Mindestausbildungsvergütung ausgenommen sind tarifvertragliche Regelungen.

Erhebliche Unterschiede zwischen den Ausbildungsberufen

Zwischen den Ausbildungsberufen bestanden 2019 erhebliche Unterschiede in der Vergütungshöhe. Besonders hoch lagen die tariflichen Ausbildungsvergütungen im Handwerksberuf Zimmerer/Zimmerin mit monatlich 1.240 € im gesamtdeutschen Durchschnitt (Westdeutschland: 1.263 €, Ostdeutschland: 965 €). Hohe tarifliche Vergütungen wurden beispielsweise auch in den Berufen Bankkaufmann/-frau (gesamt: 1.098 €, West: 1.098 €, Ost: 1.089 €), Industriemechaniker*in (gesamt: 1.074 €, West: 1.079 €, Ost: 1.003 €) und Industriekaufmann/-frau (gesamt: 1.022 €, West: 1.026 €, Ost: 934 €) gezahlt.

Vergleichsweise niedrig waren die tariflichen Vergütungsdurchschnitte 2019 dagegen zum Beispiel in den Berufen Maler*in und Lackierer*in (gesamt: 749 €, West: 750 €, Ost: 739 €), Florist*in (gesamt: 718 €, West: 733 €, Ost: 572 €), Bäcker*in (einheitlich: 711 €), Friseur*in (gesamt: 610 €, West: 625 €, Ost: 413 €) sowie Schornsteinfeger*in (gesamt: 608 €, West: 607 €, Ost: 610 €).

Zwischen den Ausbildungsbereichen gab es 2019 ebenfalls deutliche Unterschiede: Überdurchschnittlich hohe tarifliche Ausbildungsvergütungen wurden im Öffentlichen Dienst (gesamt: 1.052 €, West: 1.052 €, Ost: 1.048 €) sowie in Industrie und Handel (gesamt: 997 €, West: 1.001 €, Ost: 944 €) erreicht. Unter dem Gesamtdurchschnitt lagen dagegen die Vergütungen in der Landwirtschaft (gesamt: 871 €, West: 880 €, Ost: 793 €), im Bereich der freien Berufe (gesamt: 859 €, West: 862 €, Ost: 816 €) sowie im Handwerk (ges.: 821 €, West: 826 €, Ost: 755 €).

Hinweis:

Für das Jahr 2019 erfolgte eine Revision der Methodik der Berechnung der tariflichen Ausbildungsvergütungen, die weiterhin auf Basis der etwa 500 bedeutendsten Tarifverträgen erfolgt. Neu einbezogen werden zusätzliche Informationen aus der Berufsbildungsstatistik sowie dem Panel des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zur Tarifbindungsquote.

Die Publikation und Informationen zur neuen Methodik gibt es unter www.bibb.de/veroeffentlichungen/de/publication/show/10818.

Eine ausführliche Darstellung der Ergebnisse und Schaubilder sind unter www.bibb.de/ausbildungsverguetung-2019 zu finden.

 

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