Corona-Krise auch eine Chance für digitale Lehre
Sonderbefragung des Stifterverbandes der Deutschen Wissenschaft

Die deutschen Hochschulen sind dazu fähig, den Lehr- und Prüfungsbetrieb im Sommersemester 2020 übergangsweise digital sicherzustellen. In einer Sonderbefragung des Hochschul-Barometers Anfang April 2020 sagten knapp 90 Prozent der Hochschulen, dass sie sich (eher) gut gerüstet fühlen, den Semesterstart übergangsweise mit digitalen Lehrveranstaltungen zu organisieren, informiert der Stifterverband in einer Pressemitteilung. Selbst für den Fall, dass im gesamten Sommersemester keine regulären Präsenzveranstaltungen und Prüfungen möglich sein sollten, können drei Viertel der Lehrveranstaltungen und knapp zwei Drittel der Prüfungen digital durchgeführt werden, heißt es weiter.

Die Hochschulleitungen sehen die Corona-Beschränkungen nicht nur als Herausforderung. Mehr als 90 Prozent der Hochschulen empfinden die aktuelle Situation auch als Chance, sich im Bereich digitalen Lernens und Lehrens langfristig besser aufzustellen, erklärt der Stifterverband.

Gefragt, wo sie dringend finanzielle Unterstützung benötigen, erklären die Hochschulleitungen, dass sie fast die Hälfte zusätzlicher finanzieller Mittel in den Ausbau ihrer IT-Infrastruktur und IT-Ausstattung investieren würden. Sie würden jeden vierten Euro für den personellen und technischen Ausbau des mediendidaktischen Supports und im Bereich E-Learning einsetzen. Zu etwa gleichen Teilen würden die Hochschulen zusätzliche finanzielle Mittel für den Aufbau digitaler Beratungs- und Betreuungsangebote für Studierende (15 Prozent) sowie für die Anschaffung von Software-Lizenzen (16 Prozent) ausgeben.

"Notgedrungen haben die Hochschulen in kürzester Zeit einen Kultur- und Strukturwandel eingeleitet", sagt Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes." In einem rasanten Tempo haben sie ihre Präsenzlehre auf virtuelle Formate umgestellt. Wie nachhaltig der Prozess sein wird, wird sich zeigen. Die Erfahrungen mit dem Digitalisierungsschub sollten nun wissenschaftlich und pädagogisch begleitet werden, um daraus für die Zukunft zu lernen."