Der etwas andere Zugang zu handwerklichen Berufen: Exkursion ins Neanderthal-Museum
Außerschulisches Lernen in einer der beliebtesten und modernsten Einrichtungen ihrer Art in Europa


Handwerk in der Steinzeit? Das Neanderthal Museum in Mettmann bei Düsseldorf ermöglicht gerade jungen Menschen, alte Handwerkstechniken zu erlernen und auszuprobieren. Dem Museum ist eine Steinzeitwerkstatt angegliedert

Eine Exkursion ins Museum ist mit einem Nebeneffekt verbunden: "Die nicht-alltäglichen Ausflüge bleiben den Schülerinnen und Schülern definitiv im Gedächtnis und wirken sich dabei äußerst positiv auf das soziale Miteinander innerhalb der Lerngruppe aus", erklärt die außerschulische Lerneinrichtung. Weiter heißt es: "Die Bildungsinhalte werden durch dialogische Führungen verständlich vermittelt. Das gemeinsame Erarbeiten von Inhalten unterstützt aktives Lernen und wird durch Ausstellungsrundgänge, Seminare und Workshops ergänzt."

Wo heute eines der beliebtesten und modernsten Museen Europas steht, wurde vor über 160 Jahren der namengebende Neanderthaler entdeckt, informiert das Museum in einer Pressemitteilung. Im damals von Steilwänden eingerahmten Tal der Düssel haben Arbeiter im Jahre 1856 beim Kalkabbau Knochen gefunden, die der Wuppertaler Naturforscher Fuhlrott als Skelettreste eines eiszeitlichen Menschen identifizierte – der Neanderthaler war geboren. Heute ist der Neanderthaler ein Weltstar. Jeder kennt ihn - jeder hat ein Bild von ihm. Grund genug, dass ihm und der Menschheitsgeschichte ein Museum gewidmet wurde, welches jährlich 160.000 Besucher in das Neandertal nahe Düsseldorf lockt. 

Zeitreise durch die Menschheitsgeschichte

Die Besucher unternehmen eine Zeitreise durch die Menschheitsgeschichte – von unseren Anfängen in Afrika vor mehr als vier Millionen Jahren bis in die Gegenwart. Besonders beliebt sind die lebensechten Rekonstruktionen unserer Vorfahren, wie der Neanderthaler „Herr N“, die Australopithecus-Frau „Lucy“ oder das Neanderthalermädchen „Kina“. Diese spektakulären Hominine der niederländischen Bildhauer Adrie und Alfons Kennis bevölkern die Dauerausstellung und laden die Besucher ein, sich als Teil der großen Menschenfamilie zu fühlen.

Abwechslungsreiche Inszenierungen und Mitmachstationen, Ausgrabungs- und Labormodelle sowie Forscherboxen zum Stöbern machen den Museumsbesuch zu einem abwechslungsreichen Erlebnis. Im Museumseintritt enthalten ist eine spannende Audioführung in Deutsch, Englisch sowie für Kinder. Audioführung und weitere Informationen sind auch Teil der Neanderthal App, deren Download vor dem Besuch empfohlen wird, heißt es weiter.

Die Architekten Günter Zamp Kelp, Julius Krauss und Arno Brandlhuber haben vor über 20 Jahren ein besonderes und mittlerweile vielfach ausgezeichnetes Gebäude erschaffen. Fast unwirklich fügt sich die blaue Glasfassade in die unter Naturschutz stehende Tallandschaft ein. Neben dem reinen Museumsbesuch bieten sich der Besuch der Fundstelle, des Skulpturenpfades sowie das nahe gelegene eiszeitliche Wildgehege an.

NEANDERTHAL MUSEUM, geöffnet Di – So, 10.00 bis 18.00 Uhr, montags geschlossen. Weitere Informationen unter www.neanderthal.de