Die neue Pflegeausbildung in Deutschland
Drei Berufsbilder werden in einem neuen Ausbildungsberuf vereint

 

Mit der generalistischen Ausbildung werden drei Berufsbilder unter einem Dach vereint und es entsteht ein neuer Ausbildungsberuf: Ab 2020 durchlaufen die frühere*n (Kinder)Krankenschwestern/-pfleger und früheren Altenpfleger*innen eine Ausbildung zum Pflegefachmann oder zur Pflegefachfrau. Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner unterstützen dann Menschen aller Altersstufen in akut und dauerhaft stationären sowie ambulanten Pflegesituationen. Darüber informiert Susanne Scholz, zuständig für Marketing und Pressearbeit an der Hans-Weinberger-Akademie der AWO e.V. München

Die Grenzen zwischen den Disziplinen Kranken-, Alten- und Kinderkrankenpflege sind heute durchlässiger, da immer mehr Patient*innen mit Alterserkrankungen zeitweise in Kliniken betreut werden und Bewohner*innen in Pflegeeinrichtungen immer differenziertere und komplexere Krankheitsbilder aufweisen.

Um diese Herausforderungen zu meistern und in der Pflege wirksam handeln zu können, sind hohe fachliche und persönliche Kompetenzen erforderlich. Diese werden in der neuen generalistischen Pflegeausbildung vermittelt. Scholz unterstreicht: "Als zukünftige Pflegekraft tragen Sie nach der Ausbildung zur Erhaltung, Förderung, Wiedererlangung und Verbesserung der physischen und psychischen Lebenssituation der zu pflegenden Menschen bei."

Ablauf der Ausbildung

Gleich zu Beginn der Ausbildung können sich Auszubildende mit der Wahl Ihrer Ausbildungseinrichtung und des sogenannten Vertiefungseinsatzes im dritten Lehrjahr für einen Schwerpunkt entscheiden: Krankenhaus, Ambulante Langzeitpflege oder Stationäre Langzeitpflege.

Davon unabhängig werden sie die ersten beiden Jahre generalistisch ausgebildet. In dieser Zeit durchlaufen alle Auszubildenden die Pflichtpraktika in allen Einsatzorten und erlernen die Pflege für Menschen aller Altersstufen. Im letzten Drittel des zweiten Ausbildungsjahres können sie dann entscheiden, welchen Abschluss sie anstreben wollen: den generalistischen als Pflegefachfrau/Pflegefachmann oder den der generalistisch ausgebildeten Altenpfleger*in bzw. Kinderkrankenpfleger*in.

Die neue Pflegeausbildung nach dem Pflegeberufegesetz (PflBG) ermöglicht es Pflegefachkräften, in den verschiedenen Pflegebereichen zu arbeiten, sich breiter in der Pflege aufzustellen und ihre Entscheidungskompetenz zu erhöhen. So können sie Ihr Betätigungsfeld im Laufe Ihres Berufslebens flexibel gestalten und z.B. erst im Krankenhaus als Schwester/Pfleger arbeiten, später in eine Pflegeeinrichtungen als Wohnbereichsleiter*in wechseln, um danach Leiter*in eines ambulanten Dienstes zu werden.

Künftige Pflegefachleute können in allen pflegerischen Bereichen arbeiten. Der Wechsel zwischen den Pflegedisziplinen wird erleichtert. Die generalistische Ausbildung zum/zur Pflegefachmann*frau ist darüber hinaus EU-wie anerkannt.

Ausführliche und ständig aktualisierte Inhalte gibt es unter www.hwa-online.de/Generalistik.

Die Hans-Weinberger-Akademie der AWO e.V.

Die HWA ist das Bildungsinstitut der Bayerischen Arbeiterwohlfahrt (AWO) e.V. "An acht Standorten in Bayern bieten wir Ausbildungen, Fortbildungen und Weiterbildungen sowie verschiedene Studienprogramme an, die ihren Kunden im Gesundheitswesen und im Sozialwesen beruflich und persönlich neue Perspektiven eröffnen", erklärt Susanne Scholz. Kernkompetenz ist die Verknüpfung von theoretisch fundiertem Wissen auf neuestem Stand mit den konkreten Anforderungen an die berufliche Praxis. Ziel ist es, die Kunden in ihrer fachlichen und persönlichen Kompetenz auf berufliche Herausforderungen vorzubereiten. Die Pflegeschulen der HWA engagieren sich auf Länder- und Bundesebene in vielzähligen Arbeitskreisen und Entscheidungsgremien für eine optimale Umsetzung der Pflegeberufereform, um auch weiterhin eine qualitativ hohe Ausbildung gewährleisten zu können.