Start in das 17. Wettbewerbsjahr
Wettbewerb JUGEND GRÜNDET

Was wäre, fragt das deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, wenn Klimaschützer und Unternehmer in die gleiche Richtung marschieren würden? Wenn Gründer als die geborenen Motoren für Innovationen und Fortschritt in der Wirtschaft gemeinsame Sache mit Fridays for Future und anderen Klimaschutzbewegungen machen würden, um die Erde lebenswert zu erhalten?

Aber wer sagt, dass dem nicht so sei? Und wer, wenn nicht Gründer könnten Umweltschutz-Innovationen besser forcieren? Ergo gelte es mehr denn je, junge engagierte Menschen schon früh mit dem Entrepreneurship-Gedanken in Kontakt zu bringen und ihnen die Chancen zur Mitgestaltung der Wirtschaft, der Gesellschaft und damit der Zukunft aufzuzeigen. Und da setzt JUGEND GRÜNDET an.

„An eigenen Ideen arbeiten, Dinge hinterfragen und besser machen wollen oder auch die Leidenschaft, Neues von Grund auf zu erschaffen – das zeichnet wahre Gründer aus“, heißt es von Seiten des Bundeswirtschaftsminiterium weiter. Diesen Gründer-Spirit erlebten junge Leute schon in der Schule mit dem Wettbewerb JUGEND GRÜNDET; sie entdeckten, dass Geschäftsideen vor ihrer Nase liegen und manchmal nur aufgegriffen werden müssten, und häufig seien sogar solche dabei, die die Welt ein bisschen besser machen könnten.

JUGEND GRÜNDET ist ein Ideen-, Businessplan- und Planspielwettbewerb für Schüler*innen (gewöhnlich ab 16 Jahren) an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen. In der Ideenfindung sind die Teilnehmenden ganz frei. In den vergangenen Jahren machte Projektleiterin Franziska Metzbaur jedoch die Erfahrung, dass der Anteil von sinnstiftenden Geschäftsideen in den Bereichen Umweltschutz und Social Entrepreneurship steigt: „Immer mehr junge Menschen legen Wert auf Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Ressourcenschonung. Viele wollen Geld verdienen und gleichzeitig Gutes tun.“

„Am Anfang ist es vielleicht nur eine gute Idee, am Ende eine geführte Siegerreise ins Silicon Valley, nach New York oder nach Berlin – immer mit Unternehmensbesichtigungen und Gründergesprächen, wodurch die Siegerreisen bei JUGEND GRÜNDET zu gleichermaßen unbezahlbaren wie unvergesslichen Erlebnissen werden. Dazwischen liegen Recherchen für innovative Geschäftsideen, über Zielgruppen, Kundenbedürfnisse, Konkurrenzprodukte, Vertriebswege, Werbemaßnahmen und Planzahlen“, freut sich das Ministerium in Berlin.

Es gilt, heißt es weiter, 28 Felder in der Online-Eingabemaske zu füllen. Zusammen ergeben sie einen Businessplan. Im Pitch werde die eigene Geschäftsidee präsentiert. Nach der Unternehmenssimulation, im zweiten Schulhalbjahr flexibel spielbar, folge für die besten Teams die Vorbereitung eines Messeauftritts, bei dem es auf den Punkt zu überzeugen gilt. „Dazwischen gibt es reichlich konstruktives Feedback.“

2018 hat das Team exclamo bei business@school, der Bildungsinitiative der Boston Consulting Group, den Social-Entrepreneur-Preis gewonnen. Ziel der Initiative ist es, Schülern praxisnah Wirtschaftswissen und Schlüsselqualifikationen für ihr späteres Berufsleben zu vermitteln. Jedes Jahr nutzen rund 1.500 Schülerinnen und Schüler die Chance, zehn Monate lang Wirtschaftsluft zu schnuppern. Als Höhepunkt des Projektjahres entwickeln die Jugendlichen selbst Geschäftsideen inklusive tragfähiger Businessplänen. Eine soziale Idee im Zeichen der gesellschaftlichen Verantwortung wird dabei mit dem Social-Entrepreneur-Preis ausgezeichnet. Beim Bundesfinale 2019 erreichten sie Platz 1 und den Volkswagen Sonderpreis Social Start-up.

Die Geschäftsidee des Teams, bestehend aus Kai Lanz, Jan Wilhelm und Julius de Gruyter vom Canisius Kolleg Berlin, ist eine App, die Schulen hilft, Mobbing zu bekämpfen. Betroffene Schüler können anonym Mobbingfälle melden, Ansprechpartner kontaktieren, Mobbingtagebücher führen sowie psychologische Hilfe und Seelsorge in Anspruch nehmen. Sie haben die Vision von Schulen, an denen jeder Schüler jeden anderen Schüler gleichwertig und respektvoll behandelt.

Weitere Informationen: http://www.jugend-gruendet.de/