Emotionen auf der Spur
Medieninformatik unterstützt die Literaturwissenschaft

Emotionen spielen in allen Lebensbereichen eine große Rolle.Einen Algorithmus entwickeln, mit dem sich Emotionen in Texten analysieren lassen: Daran arbeiten Medieninformatiker aus Regensburg und eine Würzburger Literaturwissenschaftlerin. Ihr Untersuchungsgegenstand: Dramen.

Das Forschungsteam wird nach einer Pressemitteilung der Universität Regensburg in den kommenden drei Jahren ergründen, wie Emotionen wie Angst, Leid, Freude und Liebe bei Figuren in verschiedenen Dramen auftauchen. Der Schwerpunkt liegt auf Tragödien und Komödien aus der Zeit von 1650 bis 1815.

„Als Ergebnis für die Literaturwissenschaft sollte es am Ende möglich sein, in den einzelnen Werken Pathos-Strategien zu identifizieren“, erklärt die Privatdozentin Dr. Katrin Dennerlein, Literaturwissenschaftlerin von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Dabei sollen Algorithmen der Künstlichen Intelligenz eingesetzt werden, um die Analyse von Emotionen in sehr großen Textmengen dieser Zeit zu ermöglichen und somit Literaturwissenschaftlern einen globalen Blick auf Emotionsentwicklungen und -Verteilungen in diesen Epochen zu geben.

Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit 620.000 EUR gefördert. Von der Universität Regensburg ist Professor Christian Wolff, Leiter des Lehrstuhls für Medieninformatik, mit seinem Doktoranden Thomas Schmidt beteiligt. Das Augenmerk der Forscher liegt, wie es weiter heißt, auf digitalisierten Texten aus dem Archiv von TextGrid – das ist eine virtuelle Forschungsumgebung für die Geistes- und Kulturwissenschaften.