Erweiterte Mangelberufsliste leistet wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung
2020 sind 56 österreichweite Mangelberufe sowie regionale Mangelberufe in sieben Bundesländern vorgesehen – wichtige WKÖ-Forderungen werden erfüllt

 

„Die neue Fachkräfte-Verordnung hat die Vorschläge der Wirtschaftskammer zu den Mangelberufen aufgenommen. Die Mangelberufsliste orientiert sich am Bedarf unserer Betriebe und ist so lange wie nie zuvor“, sagt Karlheinz Kopf, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Konkret hat sich die Fachkräfte-Verordnung um elf Berufe – von 45 auf insgesamt 56 – erhöht. Neu hinzu gekommen sind auf der bundesweiten Mangelberufsliste unter anderem medizinisch-technische Fachkräfte, Elektromechaniker*innen, Maurer*innen und Techniker*innen für Bauwesen.

Die Fachkräfte-Verordnung legt fest, in welchen Berufen jedenfalls ein Bedarf an Arbeitskräften am österreichischen Arbeitsmarkt besteht und ermöglicht, unter erleichterten Voraussetzungen die Rot-Weiß-Rot-Karte zu erhalten. Die Mangelberufsliste ist aber nicht nur interessant für potenzielle Zuwanderer, sondern auch für angehende Auszubildende. Denn in diesen Berufen stehen die Chancen auf eine Ausbildung sowie eine anschließende Übernahme in ein festes Arbeitsverhältnis besonders gut.

„Diese erweiterte Mangelberufsliste leistet einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung, hierfür ist auch Bundesministerin Brigitte Zarfl zu danken. Der steigende Fachkräftemangel macht es schließlich notwendig, sowohl im Inland als auch von außerhalb des Landes jedes verfügbare Potenzial zu nutzen“, betont Kopf. 

Mangelberufliste reagiert auf regionale Unterschiede

Positiv wertet der WKÖ-Generalsekretär auch, dass es zusätzlich zu den österreichweiten Mangelberufen regionale Mangelberufe in sieben verschiedenen Bundesländern geben wird. Auch das war eine Forderung der Wirtschaftskammer. „Am Arbeitsmarkt bestehen große regionale Unterschiede. Die Mangelberufsliste reagiert darauf. Auch wenn es Kritikpunkte an der Rot-Weiß-Rot-Karte geben mag, ihr Grundkonzept, nämlich dass sie auf den Bedarf der Praxis reagiert, funktioniert“, resümiert Kopf.

Die Rot-Weiß-Rot-Karte

Wer aus einem einem Drittstaat (einem Staat außerhalb der EU) kommt und in Österreich leben und arbeiten möchte, benötigt eine Rot-Weiß-Rot-Karte. Diese kann von qualifizierten Arbeitskräften aus Drittstaaten beantragt werden. Sie wird für 24 Monate ausgestellt und berechtigt zur befristeten Niederlassung und zur Beschäftigung bei einem bestimmten Arbeitgeber.

Wer zu einer der folgenden Personengruppen gehört, kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Rot-Weiß-Rot-Karte erhalten:

  • Besonders Hochqualifizierte
  • Fachkräfte in Mangelberufen
  • Sonstige Schlüsselkräfte
  • StudienabsolventInnen einer österreichischen Hochschule
  • Selbständige Schlüsselkräfte
  • Start-up-Gründer*innen