Europäisches Engagement des Goethe-Instituts
Projekte für den Zusammenhalt Europas anlässlich der deutschen EU-Präsidentschaft

"Was macht Europa zukünftig aus und wie kann europäischer Zusammenhalt auch in Zeiten von Corona gelingen?" Auf diskursive und künstlerische Weise widmen sich die europaweiten Projekte des Goethe-Instituts anlässlich der Übernahme Deutschlands ab 1. Juli 2020 der EU-Ratspräsidentschaft der Vielfalt Europas und der Schaffung einer gemeinsamen europäischen Öffentlichkeit, informiert das Goethe-Institut in einer Pressemitteilung.
Der Präsident des Goethe-Instituts Klaus-Dieter Lehmann erklärt: „Deutschland in der Mitte Europas mit neun unmittelbaren Nachbarn ist anlässlich der EU-Ratspräsidentschaft in besonderer Weise aufgerufen, nicht nur ökonomisch zu agieren sondern die Verantwortung für einen gemeinsamen europäischen Kulturraum zu stärken. Für das Goethe-Institut ist Europa die kreative Basis. Die Freiheit von Kunst und Kultur, die Diskursfähigkeit untereinander und die Solidarität miteinander kennzeichnen seine Initiativen und Projekte für Europa. Gerade auch in der Corona-Krise mit Tendenzen zu Abschottung, Rassismus, Desinformation und Ausgrenzung zeigen sich die politische und kulturelle Kraft der Kultur und die Chance, unser Zusammenleben als kulturelle Leistung zu verstehen.“   

Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts, hob hervor: „Gerade in Zeiten, in denen die Europäische Gemeinschaft durch die Auswirkungen von Covid-19 stark betroffen ist und nationalstaatliches Denken zunimmt, setzen wir mit unseren Projekten auf die Stärkung der europäischen Öffentlichkeit, um Zusammenhalt und Solidarität auf europäischer Ebene zu ermöglichen.“
 
Fünf dieser Projekte sind offiziell Teil des Kulturprogramms der Bundesregierung zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft und werden durch Sondermittel vom Auswärtigen Amt gefördert: In der „Europaküche“ wird die Küche zu einer Plattform für einen kulturellen und europaweiten Dialog über Grenzen hinweg. Bei dem digitalen Jugendwettbewerb #oekoropa werden Jugendliche aus allen EU-Mitgliedstaaten dazu aufgerufen, ihre Ideen für eine klimaneutrale Reise durch Europa einzureichen. „Generation A=Algorithmus“ geht in interaktiven Formaten der Frage nach, wie Künstliche Intelligenz unsere Gesellschaften aktuell und zukünftig verändert. Die Veranstaltungsreihe „Erzähle mir von Europa“ stößt einen generationsübergreifenden Austausch über die europäische Idee an. Bei der „Verschwindenden Wand“ wird die Vielfalt Europas durch eine partizipative Installation im öffentlichen Raum erlebbar.
 
Neben den fünf zentralen EU 2020 Projekten ist das Goethe-Institut auch an dem partizipativen Kunstwerk „Earth Speakr“ von Olafur Eliasson beteiligt, das der in Berlin lebende Künstler im Rahmen des Kulturprogramms zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft umsetzt. Das Projekt wird finanziert durch das Auswärtige Amt mit Sondermitteln für die EU-Ratspräsidentschaft. Das Goethe-Institut unterstützt das Studio Olafur Eliasson bei der Realisierung des Projekts in allen 27 EU-Ländern und Großbritannien, um möglichst viele Kinder und Jugendliche zu erreichen. So wurden bereits 19 von 32 vorbereitenden Workshops an Goethe-Instituten durchgeführt.
 
Zwei weitere Großprojekte stehen im Zeichen der deutschen Ratspräsidentschaft: Vom 30. bis 31. Oktober 2020 findet das Festival des Projekts „Freiraum“ statt. In digitalen und physischen Formaten u.a. in Brüssel geht das Goethe-Institut gemeinsam mit 53 Akteur*innen aus 42 europäischen Städten aus Kultur, Wissenschaft und Zivilgesellschaft der Frage nach: Was bedeutet Freiheit heute in Europa? Über den Mehrwert von Mehrsprachigkeit und ihre Bedeutung für die Vermittlung europäischer Werte diskutieren vom 8. bis 9. Oktober 2020 in Berlin Fachexpert*innen aus EU-Institutionen im Handlungsfeld Sprache auf der vom Programm Europanetzwerk Deutsch initiierten Konferenzserie zur Mehrsprachigkeit in Europa.
 
Alle Informationen zu den EU 2020 Projekten des Goethe-Instituts finden Sie unter: www.goethe.de/EU2020