Frei entfalten: Wirtschaft kämpft gegen Klischees bei der Berufswahl
Hunderte von Ausbildungsoptionen bekannter machen

Mehr Mädchen in der IT, weniger in der Hauswirtschaft: Nach Einschätzung von Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), können Unternehmen bei der Fachkräftesicherung "auf sich wandelnde Rollenbilder hoffen".

"In den letzten zehn Jahren ist das schon punktuell erkennbar", berichtet Dercks: "Die Berufsvorstellungen von Jugendlichen ändern sich zwar langsam, aber sie ändern sich." Die Rankings einzelner Ausbildungsberufe zeigten, dass etwa bei den Frauen der Fachinformatiker in der Beliebtheit um neun Ränge gestiegen sei, der Kraftfahrzeugmechatroniker immerhin um sieben.

Der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer kennt aber auch die Hürden: "Gebremst wird die Entwicklung dadurch, dass immer noch zu viele junge Männer und Frauen nur die Top Ten der Ausbildungsberufe kennen. Dabei können die jungen Leute zwischen Hunderten von Ausbildungen wählen."

Allein im IHK-Bereich gebe es rund 250 Ausbildungsberufe, betont Dercks. "Zu oft folgen Jugendliche jedoch Klischees und schränken deswegen ihre Berufswahl ein. Dadurch werden interessante Chancen erst gar nicht ergriffen."

Er verweist auf das breit gefächerte Engagement, mit dem Unternehmen und Industrie- und Handelskammern jungen Frauen und Männern ihre vielfältigen Möglichkeiten aufzeigen: So unterstützt der DIHK die Initiative "Klischeefrei", die sich für eine Berufsorientierung ohne Rollenvorurteile einsetzt, ebenso wie den Girls'/Boys'Day, der Mädchen und Jungen hilft, einen Beruf zu finden, der zu ihren individuellen Stärken passt. "So gelingt ein erfolgreicher Übergang in die betriebliche Ausbildung und den Arbeitsmarkt", lobt Dercks.