Großer Bedarf an Musiklehrer*innen
Studie: An deutschen Grundschulen fehlen 23.000 ausgebildete Musiklehrkräfte

Geht es nach dem Bedarf an Musiklehrer*innen an den Grundschulen, hat der Beruf der Musiklehrkräfte eine rosige Zukunft. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die am Institut für musikpädagogische Forschung der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover im Auftrag des Deutschen Musikrats und der Konferenz der Landesmusikräte durchgeführt wurde, finanziert durch die Bertelsmann Stiftung. Wie es dazu in einer Pressemitteilung der Musikhochschule heißt, haben viele Schulkinder keine hinreichende Chance auf musikalische Bildung in der Grundschule. Musik wird viel zu selten unterrichtet; zu oft von nicht dafür ausgebildeten Lehrkräften – Tendenz steigend. Erstmals überhaupt liegen belastbare Zahlen zur Situation des Musikunterrichts auf Länderebene vor, informiert die HMTMH.

Große Unterschiede zeigen sich laut Studie darin, wie viel schulischer Musikunterricht in den einzelnen Ländern überhaupt erteilt werden soll. Während dieser Wert zu einem hohen Prozentsatz tatsächlich erreicht wird, unterscheidet sich der Umfang des fachfremd erteilten Musikunterrichts deutlich. In den 14 Bundesländern, deren Daten für die Auswertung herangezogen werden konnten, heißt es weiter, gibt es einen Bestand von rund 17.000 Musiklehrerinnen und -lehrern. Um den in den Lehrplänen der Länder vorgegebenen Umfang an Musikunterricht fachgerecht abzudecken, würden rechnerisch jedoch ca. 40.000 Musiklehrkräfte benötigt. Es fehlen in den 14 untersuchten Ländern rund 23.000 grundständig ausgebildete Musikpädagoginnen und -pädagogen. 

Die Autoren der Studie empfehlen nach Mitteilung der HMTMH ausgehend von den Ergebnissen der Untersuchung u.a. folgende Maßnahmen: bedarfsgerechter Ausbau der Studienkapazitäten, Erhöhung des Stundenanteils, mit dem ausgebildete Musiklehrkräfte das Fach Musik unterrichten sowie, für eine Übergangsphase, die Gewinnung von Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern nach verbindlichen Standards.