Hamburg startet umfangreiche Kampagne für den Pflegeberuf
Politik, Verbände und Arbeitgeber aus der Pflege wollen Beruf attraktiver machen

Dass der Pflegeberuf interessant, vielseitig und attraktiv ist, vielfältige Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten bietet sowie einen wichtigen Beitrag in einer immer älter werdenden Gesellschaft leistet – das zeigen Hamburger Pflegefachkräfte und Auszubildende zusammen mit der Gesundheitsbehörde, der Schulbehörde sowie Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser in einer groß angelegten Kampagne, die nach einer Mitteilung des Hamburger Senats Anfang September 2019 gestartet wurde. In den Hamburger Kinos, in Sozialen Medien, auf Plakaten und Veranstaltungen wirbt das Bündnis für die Pflege als Berufsbild der Zukunft und begleitet auf diese Weise die Einführung der neuen generalistischen Pflegeausbildung, die 2020 beginnt.

Zum Start der Kampagne unterstrichen Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks und Bildungssenator Ties Rabe im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE), dass die Pflege von Menschen aller Altersstufen ein zukunftssicherer Beruf bleibe. Die steigenden Ausbildungszahlen zeigten deutlich: Immer mehr Menschen interessierten und entschieden sich in Hamburg für eine pflegerische Ausbildung. Ein Ziel der Kampagne sei es, die Ausbildungszahlen um weitere zehn Prozent zu steigern und das Image der Pflege nachhaltig zu verbessern.

Pflegeausbildung ab 2020: Faire Vergütung, einheitlicher Berufsabschluss und Aufstiegsmöglichkeiten durch Hochschulstudium

Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks: „Wenn junge Menschen heute einen Pflegeberuf ergreifen, warten auf sie vielseitige, interessante Aufgabengebiete und gute Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung. Die Sicherstellung unserer gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung hängt davon ab, dass sich junge Menschen für den Pflegeberuf entscheiden, aber auch davon, dass Pflegekräfte wieder in den Beruf zurückkehren oder Menschen aus ganz anderen Berufen sich neu in Richtung Pflege orientieren. Denn: Gute Pflege braucht viele helfende Hände. Um mehr junge Menschen für den Pflegeberuf zu begeistern, machen wir die Pflegeausbildung ab 2020 attraktiver – mit einer fairen Vergütung, einem einheitlichen Berufsabschluss und besseren Aufstiegsmöglichkeiten durch ein Hochschulstudium. Das Besondere an der gestarteten Kampagne ist, dass Pflegerinnen und Pfleger für die Pflege werben und authentisch aus ihrem spannenden Alltag berichten.“

Bildungssenator Ties Rabe: „Mit Einführung der generalistischen Pflegeausbildung ab Januar 2020 verbessern sich die Bedingungen für die Auszubildenden erheblich. Sie lernen zukünftig alle Tätigkeitsbereiche von Kinder- bis Altenpflege kennen und können sich danach dort etablieren, wo ihre größten Interessen liegen. Deshalb begrüße ich den heutigen Start der Kampagne  ‚Das ist Pflege‘. Die Menschen in unserer Kampagne stehen glaubwürdig für die Werte und Herausforderungen der Pflegekräfte in Hamburg - sei es in Ausbildung oder mitten im Berufsleben, sei es in der Ambulanz, auf der Kinderkrebsstation oder im Altersheim. Die Kenntnisse und Tatkraft dieser Pflegekräfte sind für das Gemeinwohl unserer Stadt von großer Bedeutung. Sie sind die Vorbilder, deren Geschichten hoffentlich viele zu einer attraktiven, sinnstiftenden und zukunftssicheren Ausbildung in der Pflege motivieren werden.“

Unter der Federführung der Gesundheitsbehörde und des Hamburger Instituts für Berufliche Bildung (HIBB) haben sich wichtige Hamburger Arbeitgeber für Pflegende in einer Kooperationsstruktur zusammengefunden, um eine umfassende Imagekampagne für den Pflegeberuf zu gestalten. Gemeinsames Interesse von Stadt und Arbeitgebern ist es, ein modernes, realistisches und glaubwürdiges Bild der Pflege als Fachberuf zu vermitteln. Das Motto lautet dementsprechend: „Das ist Pflege!“

Motto lautet: „Das ist Pflege!“

Folgende Arbeitgeber und Verbände wirken an der Kampagne mit: Gesundheitswirtschaft Hamburg GmbH, Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V., Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Asklepios Kliniken GmbH, Immanuel Albertinen Diakonie, Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Hamburg e.V., Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg.

Bereits heute kann Hamburg der Mitteilung des Senats zufolge einen Ausbildungsrekord in der Pflege verzeichnen: 2.357 Auszubildende lassen sich derzeit an Hamburger Krankenhäusern zu Kranken- und oder Kinderkrankenpfleger ausbilden, 1.278 lernen Altenpflege in Pflegediensten und Pflegeheimen und 673 Auszubildenden lassen sich zur Gesundheits- und Pflegeassistenz ausbilden. Insgesamt befänden sich also über 4.000 junge Menschen in Hamburg auf den Weg in einen Pflegeberuf. Die Zahl der jährlichen Ausbildungsanfänger sei in den letzten fünf Jahren um 20 Prozent gesteigert worden.

Ab 2020: Die Ausbildungen Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege werden zusammengefasst

Ab 2020 werden die drei bisher getrennten Ausbildungen Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zu einem einheitlichen Berufsbild zusammengeführt mit der Möglichkeit auf verschiedene Spezialisierungen, informiert der Senat weiter. Damit sei die neue generalistische Pflegeausbildung breiter angelegt als früher. Die Auszubildenden lernten Pflege für alle Lebenslagen und können mit diesem Fachwissen nach der Ausbildung flexibel zwischen Krankenhaus, Pflegeheim und ambulanter Pflegeeinrichtung wechseln. Das mache die Ausbildung in der Pflege abermals attraktiver – auch dafür wirbt die Kampagne „Das ist Pflege!“ Der Link zur Kampagne: www.das-ist-pflege.de