Junge Wirtschaft fordert: Potenzial für österreichische Unternehmen heben
Wirtschaftliche Chancen der Künstlichen Intelligenz

Die nächste Bundesregierung muss das KI-Potenzial für Österreich heben, appellierte im Sommer 2019 Christiane Holzinger, Bundesvorsitzende der Jungen Wirtschaft (JW), in Wien. Gemeinsam mit KI-Experten Clemens Wasner, Gründer und Obmann von AI Austria, präsentierte Holzinger das Forderungsprogramm „KI-Prioritäten“. Damit bringe die JW auf den Punkt, was Österreich tun müsse, um vom Wachstumsturbo KI zu profitieren und damit im internationalen Standort-Wettbewerb zu punkten, heißt es in einer JW-Presseaussendung weiter „Denn wenn wir die Chancen, die KI für Volkswirtschaft und Unternehmen eröffnet, nutzen wollen, müssen wir heute die richtigen Weichen dafür stellen“, zeigen sich Holzinger und Wasner überzeugt.

Die Prioritäten würden von der Jungen Wirtschaft gemeinsam mit dem unabhängigen Think Tank AI Austria entwickelt. Die Bandbreite der Maßnahmen eines 9-Punkte-Forderungsprogramms ist breit: Sie reicht von einer leistungsfähigen Big-Data-Infrastruktur über gesetzliche „Sandboxes“, in denen keine traditionellen regulatorischen Innovationshürden bestehen bis zur wahlweisen Bilanzierung eigenerstellter immaterieller Vermögensgegenstände. Eine Gemeinsame KI-Strategie für Europa steht ebenso auf der Agenda wie die innovationsfreundliche Sicherung von Eigentum und eine qualifizierte Debatte über ethische Standards im Kontext von KI. Ein besonderer Fokus wird auf die Fachkräftesicherung gelegt. „Österreichs Wirtschaft braucht dringend ausreichend qualifizierte Fachkräfte in den Bereichen Machine learning (ML) und KI. Bei der Ausbildung in den unterschiedlichen Bildungseinrichtungen und auf unterschiedlichen Niveaus ist eine strukturierte Vorgangsweise notwendig, die sich an der Wertschöpfungskette orientiert,“ so Holzinger.

USA und Asien rittern um KI-Weltmarktführung – Österreich hat Aufholbedarf

Im asiatischen Raum forcierten die Regierungen ihre Anstrengungen massiv, um ihre Länder zu KI-Vorreitern zu machen, heißt es von der JW weiter. China habe sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 KI-Weltmarktführer zu werden. Aktuell nehme diese Rolle die USA ein, die von einer breiten Basis inner- und außeruniversitärer Forschung im Bereich KI sowie von enormen privatwirtschaftlichem Engagement profitiere. Österreich habe im KI-Bereich großen Aufholbedarf.

Künstliche Intelligenz eröffnet große Chancen für KMU

Die Chancen, die Künstliche Intelligenz bietet, beschränken sich nach JW-Einschätzung keineswegs auf große, internationale Konzerne: Gerade Klein- und Mittelbetriebe könnten vom technologischen Fortschritt profitieren. Gerade bei Kleinbetrieben mit oft geringerer Verfügbarkeit von Ansprechpartnern und dem Fehlen eines Rund-um-die-Uhr-Kundensupports, könnten Assistentensysteme und Chatbots einen großen Beitrag leisten, so Wasner. Fest stehe: Gelinge es Österreich, das vorhandene Know-how, etwa im Bereich Produktion, mit neuen digitalen Kompetenzen und neuen Technologien zu kombinieren, entstünden gerade im B2B-Bereich große Innovationspotenziale.