Kommt man spielend durch die COVID-19-Pandemie?
Chemnitzer und Tübinger Wissenschaftler starten Umfrage: Können Videospiele die mentalen und sozialen Herausforderungen von Kontaktbeschränkungen mildern?

Wissenschaftler der Professur „Psychologie digitaler Lernmedien“ an der TU Chemnitz und des Leibniz-Instituts für Wissensmedien in Tübingen untersuchen, in welchem Umfang Videospiele die mentalen und sozialen Herausforderungen von Kontaktbeschränkungen mildern können, informiert die TU Chemnitz in einer Pressemitteilung.

"Jede Person ist dazu aufgerufen, uns dabei zu unterstützen, vorausgesetzt sie ist volljährig und sie hat in der Woche vor Studienteilnahme zumindest eine Stunde gespielt", sagt Steve Nebel von der Professur Psychologie digitaler Lernmedien der TU Chemnitz. Die Teilnahme an der Online-Umfrage dauere ca. 20 Minuten, alle Daten werden anonym erhoben. "Wir erhoffen uns wertvolle Erkenntnisse für die aktuelle und möglicherweise zukünftige Problembewältigung in Krisensituationen wie einer Pandemie mit Hilfe von Videospielen", erklärt Nebel weiter. Zu den Videospielen werden auch Spiele gezählt, die am Smartphone oder über soziale Medien gespielt werden.

Das Forschungsthema „Gaming“ hat nach Angaben der Universität mittlerweile beachtliche Aufmerksamkeit erlangt, nicht zuletzt durch den Perspektivwechsel der World Health Organisation (WHO). "Vor der COVID-19 Pandemie wurden Videospiele von der WHO noch als kritisches Suchtmedium eingestuft, heute sollen Videospiele als wertvolles Hilfsmittel zur Vermeidung von weiteren Ansteckungsketten eingesetzt werden und dienen der Verbindung von Menschen während der Zeit des Social Distancing, ohne das Haus verlassen zu müssen", berichtet Nebel. So versuche auch die Videospielindustrie mit Aktionen wie dem Hashtag #PlayApartTogether aktiv an der Krisenbewältigung zu partizipieren.