Das Institut für Geowissenschaften (IfG) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) bietet ab dem Wintersemester 2019/20 den neuen Masterstudiengang „Angewandte Geowissenschaften – Georessourcen, Geoenergien, Geotechnologien“ an. Damit reagiert der Fachbereich auf veränderte Anforderungsprofile für geowissenschaftliche Hochschulabsolventinnen und -absolventen. „Typische Arbeitsfelder sind die Bereiche Energiesystemtransformation, also die Energiewende, oder Anpassungen an den Klimawandel. Diese unterliegen ständigen Veränderungen und deshalb müssen wir auch unsere Ausbildung anpassen“, erklärt Dr. Markus Ebert, Studiengangsmanager in den Geowissenschaften. Die Notwendigkeit, ihr Studienprogramm zu modernisieren, begründet der Fachbereich auch auf Basis eines Positionspapiers der Akademie für Geowissenschaften und Geotechnologien e.V. Der Studiengang „Angewandte Geowissenschaften“ wird den bisherigen Studiengang „Geowissenschaften“ ersetzen.

In der Vergangenheit bis in die Gegenwart bildete die Versorgung der Gesellschaft mit mineralischen Rohstoffen, Trinkwasser oder fossilen Energieträgern eine zentrale Aufgabe der Angewandten Geowissenschaften. Eng damit verbunden war und ist die Entwicklung und Anwendung von Geotechnologien sowie die Einschätzung deren Risiken. Geotechnologien ermöglichen etwa Tunnel,- Straßen-, Gebäude- oder auch Deichbau, sind essenziell für die Versorgung mit dem Rohstoff Wasser und werden auch bei der Verbesserung von Umweltbedingungen oder der Infrastruktur eingesetzt.

„Diese Aufgabenbereiche werden auch für die Zukunft wichtig sein“, so Ebert. „Aber sie erfahren durch die Energiewende oder unvermeidliche Anpassungen an den Klimawandel neue Perspektiven und erfordern neue Ansätze für fachübergreifende Ausbildungen.“ Beispielsweise benötige eine nachhaltige und umweltgerechte Nutzung des Untergrundes zur Energiespeicherung vernetzte, methodische Fertigkeiten aus verschiedenen geowissenschaftlichen Disziplinen, wie Hydrogeologie und Geochemie, Geomechanik oder numerische Modellierung, sowie Kenntnisse zur geotechnologischen Umsetzung. „Die Struktur des neuen Studienganges entspricht den zukünftigen Anforderungen des Arbeitsmarktes, indem wir vertiefte Grundkenntnisse in diesen Bereichen im Pflichtstudium vermitteln. Das ist eine bundesweit seltene Ausbildungskombination“, betont der Geowissenschaftler. Weitere Komponenten aus den verschiedenen geowissenschaftlichen Fachgebieten sowie aus fachverbundenen Disziplinien stehen den Studierenden als Wahlkurse zur Verfügung. Dazu gehören die Themen Geomaterialien, GIS-Anwendungen, Küstengeologie oder auch Geophysik.

Der Masterstudiengang wird eng an das „Kompetenzzentrum Geo-Energie“ angebunden sein, welches in Kürze an der Kieler Universität gegründet wird. So wird bereits während der Ausbildung die Mitarbeit an praxisnahen und fachübergreifenden Kooperationsprojekten mit der Wirtschaft, insbesondere für die Energiewende und Adaptionsmaßnahen an den Klimawandel, sichergestellt.

Mit dem akkreditierten Abschluss M.Sc. im Fachgebiet Angewandte Geowissenschaften erwerben Absolventinnen und Absolventen die Berufsqualifikation für zukunftsweisende Tätigkeitsprofile ebenso wie für klassische Arbeitsfelder der Angewandten Geowissenschaften. Der Studiengang qualifiziert für Tätigkeiten in Consulting- und Ingenieurbüros, in Verwaltungen und nationalen wie internationalen Behörden sowie Verbänden und NGOs. Die Mischung aus theoretischen und praktischen Lehrinhalten bietet außerdem eine fundierte Voraussetzung für Tätigkeiten in universitären oder außeruniversitären Forschungseinrichtungen in den Umwelt-, Geo- und Ingenieurswissenschaften sowie für Promotionsarbeiten.